FAZ plus ArtikelU-Boot-Streit mit Amerika

Warum Frankreich den Eklat herbeiführte

Von Michaela Wiegel, Paris
21.09.2021
, 21:38
Der französische Präsident Emmanuel Macron am 7. September in Paris
Im U-Boot-Streit mit Amerika, Großbritannien und Australien hat Paris seine Botschafter aus Washington und Canberra zurückberufen. Im Gespräch mit der F.A.Z. erklären beide die Hintergründe und, wie sich die NATO aus ihrer Sicht ändern muss.

Im Uhrensaal des Quai d’Orsay hat der Chef der französischen Diplomatie vor gut siebzig Jahren einen Plan vorgestellt, der Europas Zukunft verändern sollte. In einem benachbarten Saal sitzen jetzt zwei französische Spitzendiplomaten aus Washington und Canberra, deren Rückruf nach Paris die Zukunft Europas von Neuem bestimmen könnte. So jedenfalls lautet im Ministerium am Seine-Ufer die positive Lesart des diplomatischen Eklats, den Außenminister Jean-Yves Le Drian am 15. September herbeigeführt hat.

Wo vor gut siebzig Jahren Robert Schuman mit der Montanunion das Fundament für die heutige EU legte, hofft man nun, dass die Krise als Weckruf an die befreundeten Europäer verstanden wird. Für die Lageanalyse in Paris will man sich auch deshalb Zeit lassen. Noch sucht man nach einem schlüssigen Motiv dafür, warum Frankreich auf so undiplomatische Weise von Amerika, Australien und Großbritannien als Sicherheitspartner für den Indopazifik ausgebootet wurde.

Testen Sie unser Angebot.
Jetzt weiterlesen.
Testen Sie unsere Angebote.
F.A.Z. PLUS:

  FAZ.NET komplett

Diese und viele weitere Artikel lesen Sie exklusiv mit F+
Quelle: F.A.Z.
Autorenporträt / Wiegel, Michaela
Michaela Wiegel
Politische Korrespondentin mit Sitz in Paris.
Twitter
  Zur Startseite
Verlagsangebot
Verlagsangebot