FAZ plus ArtikelKrieg im Osten der Ukraine

Russland hat die Schlacht um Charkiw verloren

Von Thomas Gutschker, Brüssel
16.05.2022
, 21:10
Ukrainische Soldaten gehen in der Nähe eines kürzlich zurückeroberten Dorfes nördlich von Charkiw in der Ostukraine durch den Wald (Aufnahme vom Sonntag).
Die russischen Streitkräfte konnten der ukrainischen Gegenoffensive nicht standhalten und haben den Rückzug über die Grenze angetreten. Für die Ukrainer ist das ein wichtiger Erfolg.
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Die ukrainischen Soldaten sind mit einem gelb-blau gefärbten Grenzpfahl bewaffnet. Mit dem pirschen sie durchs Gebüsch. Zu sehen ist ein Panzergraben und dahinter ein blaues Schild. Dann schwenkt die Kamera zu den Männern, die sich neben dem Pfahl aufgebaut haben. „Herr Präsident, wir sind an der Grenze“, sagt einer der Soldaten, der sich als Angehöriger eines Bataillons der Territorialverteidigung identifiziert. Er meint: an der Grenze „zum Okkupanten“, zu Russland. Das Video wurde vom ukrainischen Verteidigungsministerium veröffentlicht, es soll den jüngsten Erfolg dokumentieren. Wie üblich, lässt sich seine Echtheit nicht überprüfen. Es irritiert, dass der Soldat vom 15. April statt vom 15. Mai spricht.

Gleichwohl ist klar: Die russischen Streitkräfte haben die nächste große Schlacht in ihrem Krieg gegen die Ukraine verloren. Ende März mussten sie die Belagerung von Kiew aufgeben und sich schmachvoll zurückziehen. Jetzt ist ihnen dasselbe in Charkiw widerfahren, der zweitgrößten Stadt des Landes. NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg bestätigte das am Sonntag. Der russische Krieg laufe nicht wie geplant, sagte er nach einem Treffen der NATO-Außenminister in Berlin. „Sie haben es nicht geschafft, Kiew einzunehmen. Sie ziehen sich aus der Umgebung von Charkiw zurück, ihre große Offensive im Donbass ist festgefahren.“ Schon am Vortag kam das Institute for the Study of War zu der Einschätzung: „Die Ukraine hat die Schlacht von Charkiw wahrscheinlich gewonnen.“ Der unabhängige amerikanische Thinktank hat sich seit dem 24. Februar mit seinen tagesaktuellen Kriegsanalysen hohes Ansehen erworben.

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Quelle: F.A.Z.
Autorenporträt / Gutschker, Thomas
Thomas Gutschker
Politischer Korrespondent für die Europäische Union, die Nato und die Benelux-Länder mit Sitz in Brüssel.
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