Die FAZ.NET-Nachrichten-App
Kostenlos für iOS und Android
„Volksrepubliken“

Zwei Diktaturen auf ukrainischem Boden

Von Gerhard Gnauck
22.02.2022
, 10:22
Menschen schwenken am Tag der Anerkennung durch Russland in Donezk russische Nationalflaggen. Bild: dpa
Mit der Anerkennung der „Volksrepubliken“ hat der russische Präsident Wladimir Putin den Friedens- und Integrationsprozess für die Ostukraine zum Scheitern gebracht. Was steckt hinter den Gebieten Donezk und Luhansk?
ANZEIGE

Im Jahre 2014 wurden im Osten der Ukraine zwei „Volksrepubliken“ ausgerufen, die Russland jetzt als Staaten anerkannt hat. Wer mehr über diese Gebilde erfahren will, der ist in Kiew, der Hauptstadt der Ukraine, an der falschen Adresse. „Es gibt keine Volksrepubliken, es gibt vorübergehend besetzte Gebiete im Osten unseres Landes“, sagte am Montag eine Behördensprecherin auf Anfrage der F.A.Z. Sogar russische Staatsmedien haben die beiden Gebilde bis Montag noch als „selbsternannte Republiken“ bezeichnet. Völkerrechtler sprechen bei solchen Quasi-Staaten von „De-facto-Regimen“. Doch mit diesem Dienstag soll nach Russlands Vorstellung vieles anders werden. Präsident Wladimir Putin hat die Volksrepubliken anerkannt und den Friedens- und Integrationsprozess für die Ostukraine damit zum Scheitern gebracht.

Der tautologische Name der Gebiete weckt ungute Erinnerungen: Als Volksrepubliken oder Volksdemokratien bezeichneten sich unter anderen die Diktaturen des einstigen Ostblocks. Damit wollten sie sich als „wahre“ Demokratien von den Demokratien des Westens abgrenzen. Die beiden Gebilde, nach ihren Hauptstädten Donezk und Luhansk DNR und LNR genannt, wurden 2014 im Zuge des in der Ostukraine aufflammenden Konflikts gegründet. Im April drangen „Demonstranten“, ein Teil davon offenbar aus Russland herbeitransportiert, in Donezk gewaltsam in das zentrale Verwaltungsgebäude ein. Dort rief ein Redner die „Donezker Volksrepublik“ (DNR) aus. Wenig später entstand auf ähnliche Weise die benachbarte, kleinere LNR.

Jetzt weiterlesen
für nur 11,80 € 1 € pro Monat
3 Monate jeweils nur 1 € zahlen, danach 11,80 €
unbeschränkter Zugriff auf mehr als 800 exklusive F+ Artikel pro Monat
Mit einem Klick online kündbar
Zugang vorhanden? Hier anmelden.
Diese und viele weitere Artikel lesen Sie exklusiv mit F+
Quelle: FAZ.NET
Gerhard Gnauck
Politischer Korrespondent für Polen, die Ukraine, Estland, Lettland und Litauen mit Sitz in Warschau.
Verlagsangebot
Werkstudent (m/w/d) Assistenz der Bereichsleitung
FRANKFURTER ALLGEMEINE ZEITUNG GmbH
Junior-Revisor*in / Sachbearbeiter*in IR (m/w/d)
Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main
Stellvertretende Geschäftsführung und Leitung des Bereiches Projekte und Transformation (m/w/d)
Landesbetrieb Daten und Information
Abteilungsleitung (m/w/d) Finanzen, Mitglieder und Services
Unfallkasse Baden-Württemberg
Verlagsangebot
Verkaufen Sie zum Höchstpreis
Lernen Sie Englisch
Pflegeimmobilien als Kapitalanlage der Zukunft
Top-Gebrauchtwagen mit Garantie
Gas vergleichen und sparen
Ihre Weiterbildung im Compliance Management
ANZEIGE