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UN-Geberkonferenz

Milliardenhilfe für Afghanistan zugesagt

Von Alexander Haneke und Johannes Leithäuser
13.09.2021
, 18:36
Ein Straßenverkäufer am Montag in Kabul; die afghanische Bevölkerung leidet Not Bild: AFP
Deutschland kündigt humanitäre Hilfe in Höhe von 100 Millionen Euro an. Außenminister Heiko Maas fordert von den Taliban die Einhaltung grundlegender Menschenrechte.
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Die internationale Gemeinschaft hat der notleidenden Bevölkerung in Afghanistan mehr als eine Milliarde Dollar Hilfe zugesagt. UN-Generalsekretär Antonio Guterres gab die vorläufige Summe am Montag vor dem Ende einer Geberkonferenz in Genf bekannt. Die Vereinten Nationen hatten zuvor einen Bedarf von 600 Millionen Dollar genannt, um die schlimmste Not zu lindern. Schon vor der Machtübernahme der islamistischen Taliban hatte das Land unter Dürren und Lebensmittelknappheit gelitten.

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Für Deutschland kündigte Außenminister Heiko Maas (SPD) humanitäre Hilfe in Höhe von 100 Millionen Euro an und stellte weitere 500 Millionen Euro in Aussicht, „um Afghanistan und seine Nachbarstaaten zu unterstützen.“ Vor der Konferenz hatte er betont, dass jegliche Unterstützung nicht über „reine Nothilfe“ für die Bevölkerung hinaus gehen werde. Die Führung der Taliban rief er „dringend auf, das Wohlergehen und die Sicherheit der humanitären Hilfsorganisationen und ihres Personals“ zu gewährleisten. Zudem forderte er die Einhaltung grundlegender Menschenrechte.

UN-Generalsekretär Antonio Guterres spricht bei der UN-Geberkonferenz für Afghanistan mit Journalisten. Bild: dpa

Die Vereinigten Staaten verlangten von der Taliban-Regierung eine schriftliche Verpflichtung, die Rechte von Hilfsorganisationen, Frauen und Minderheiten zu wahren. „Worte reichen nicht. Wir müssen Taten sehen“, sagte die amerikanische UN-Botschafterin, Linda Thomas-Greenfield.

Präsenz vor Ort nur nach europäischer Absprache

Die Frage der Wiedereröffnung der Botschaft in Kabul will die Bundesregierung unterdessen in „ganz enger Abstimmung mit unseren europäischen Partnern“ entscheiden. Das sagte eine Sprecherin des Auswärtigen Amtes in Berlin. Von der formellen Aufnahme diplomatischer Beziehungen – die eine Anerkennung der Taliban-Regierung einschlösse – müsse das Faktum einer bloßen „Präsenz vor Ort“ strikt unterschieden werden, hieß es.

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In Berlin geht man davon aus, dass es zur Erleichterung der Ausreise von Ortskräften und anderen Gefährdeten, die auf den deutschen Listen von Schutzsuchenden verzeichnet sind, notwendig sein kann, diplomatisches Personal nach Kabul zu schicken. Am Montag landete auf dem Flughafen der afghanischen Hauptstadt der erste kommerzielle Flug seit der Machtübernahme der Taliban.

Quelle: F.A.Z.
Alexander Haneke
Redakteur in der Politik.
Johannes Leithäuser
Politischer Korrespondent in Berlin.
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