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Amerikas Verteidigungsminister

Überraschungsbesuch in Kabul

 - 08:12

Der kommissarische amerikanische Verteidigungsminister Patrick Shanahan ist zu einem Überraschungsbesuch nach Afghanistan gereist. Shanahan kam am Montagmorgen in der afghanischen Hauptstadt Kabul an. Dort will er Staatschef Ashraf Ghani und den Oberbefehlshaber der Truppen der Allianz in Afghanistan, General Scott Miller, treffen. Es ist die erste Auslandsreise von Shanahan, seit er Anfang des Jahres den zurückgetretenen Verteidigungsminister Jim Mattis ersetzt.

Der Afghanistan-Besuch kommt zu einem Zeitpunkt, zu dem die Vereinigten Staaten Friedensgespräche mit den radikalislamischen Taliban vorantreiben. Die Taliban weigern sich aber bislang, mit der afghanischen Regierung zu verhandeln, die sie als Handlanger der amerikanischen Regierung betrachtet.

„Es ist wichtig, dass die afghanische Regierung an Gesprächen beteiligt ist, die Afghanistan betreffen“, sagte Shanahan während seines Flugs nach Kabul vor Reportern. „Die Afghanen müssen entscheiden, wie Afghanistan in der Zukunft aussehen soll.“

In Kabul wächst die Sorge, die Vereinigten Staaten könnten ihre Truppen aus Afghanistan abziehen, bevor ein langfristiger Frieden mit den Islamisten erreicht ist. Der amerikanische Präsident Donald Trump will rund die Hälfte der derzeit in Afghanistan stationierten 14.000 Soldaten abziehen. Noch steht dafür aber kein Zeitplan fest.

Nach Angaben des amerikanischen Gesandten für Afghanistan, Zalmay Khalilzad, hängt eine Truppenreduzierung von den Bedingungen vor Ort ab. Shanahan betonte auf seiner Reise nach Afghanistan, die US-Präsenz in dem Land solle dem Schutz der Vereinigten Staaten dienen und die regionale Stabilität unterstützen.

Die Vereinigten Staaten wollen ihre Gespräche mit den Taliban am 25. Februar in Doha fortsetzen. Ziel ist es, nach Möglichkeit noch vor den afghanischen Präsidentschaftswahlen im Juli ein Abkommen für das Ende des seit 17 Jahren andauernden Konflikts in dem Land zu finden.

Trump möchte die amerikanischen Truppen auch aus dem Bürgerkriegsland Syrien abziehen, weil die Terrormiliz „Islamischer Staat“ geschlagen sei, so Trump. Nach Einschätzung des Oberbefehlshabers der amerikanischen Soldaten im Nahen Osten düften bis dahin allerdings noch ein paar Wochen vergehen. Im benachbarten Irak werde die Zahl der amerikanischen Soldaten aber wohl weitgehend konstant bleiben, sagt General Joseph Votel weiter. Kritiker
warnen, dass die Lage nach wir vor instabil sei und die Vereinigten Staaten riskierten, mit einem Abzug in der Region dramatisch an Einfluss zu verlieren.

Quelle: AFP/Reuters
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