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Umstrittene Raketenabwehr

Amerika droht Türkei mit Sanktionen

 - 19:49
Teile des S-400-Raketenabwehrsystems werden auf dem türkischen Luftwaffenstützpunkt Mürted von einem russischen Transportflugzeug entladen.

Die Türkei hat trotz angedrohter Sanktionen seitens der Vereinigten Staaten weitere Lieferungen des russischen Raketenabwehrsystems S-400 entgegengenommen. Drei Flugzeuge mit Raketenteilen seien am Sonntag auf dem Luftwaffenstützpunkt Mürted (früher Akinci) bei Ankara gelandet, damit seien es bislang sieben, teilte das türkische Verteidigungsministerium auf Twitter mit. Moskau bestätigte die Angaben.

Die umstrittene Auslieferung der S-400 hat am Freitag begonnen. Der Kauf des Systems sorgt seit Monaten für Streit mit den Vereinigten Staaten. Washington befürchtet, dass Russland über das empfindlichen Radar des Waffensystems an Daten über die Fähigkeiten der neuen amerikanischen Tarnkappenflugzeuge F-35 gelangt. Die Türkei ist Partner beim Bau der F-35 und soll etwa 100 Jets bekommen.

Washington droht mit Sanktionen und damit, die Türkei Ende Juli aus dem F-35-Programm zu werfen. Wie die Nachrichtenagentur „Bloomberg“ unter Berufung auf anonyme Quellen am Samstagabend berichtete, habe sich die Trump-Administration auf ein Sanktionspaket geeinigt. Demnach wolle die amerikanische Regierung mit der Bekanntgabe der Sanktionen noch bis Ende der Woche warten, um Spekulationen über eine amerikanische Beteiligung am Putschversuch gegen Erdogan nicht zu befeuern. Welche konkreten Maßnahmen beschlossen wurden, sei nicht bekannt. Am Montag jährt sich der missratene Coup gegen den türkischen Präsidenten zum dritten Mal.

Ankara betont jedoch immer wieder, dass es bei dem Kauf der S-400 kein Zurück gebe. Sanktionen würden der ohnehin angeschlagenen türkischen Wirtschaft schwer zusetzten. Zumal auch die EU am Montag beschließen könnte, Sanktionen gegen Ankara zu verhängen – wenngleich aus einem anderen Grund. Wegen des als illegal erachteten türkischen Erdgas-Erkundungen vor Zypern, plant die EU unter anderem, die Verhandlungen über ein Luftverkehrsabkommen einzustellen. Zudem könnten EU-Hilfen gekürzt und die Kreditvergabe durch die Europäische Investitionsbank eingeschränkt werden. Beschlossen werden könnten die Maßnahmen bei einem Treffen der EU-Außenminister in Brüssel.

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Umstrittene Waffen angekommen
Russische Raketenabwehr für die Türkei

Bei den S-400 handelt es sich um ein mobiles Luftabwehrsystem, das Flugzeuge, Geschosse und andere Objekte aus dem Himmel schießen kann. Es zündet Kurz-, Mittel- und Langstrecken-Raketen. Die Türkei argumentiert, sie brauche eine eigene Raketenabwehr gegen Bedrohungen aus dem benachbarten Bürgerkriegsland Syrien, aber auch aus dem Inland.

Der russische Außenpolitiker Leonid Sluzki sagte der Agentur Interfax zufolge, die S-400 könnte auch in andere Länder im Nahen Osten geliefert werden. Diese und andere moderne Waffen „werden definitiv in dieser Region auftauchen“. Die Türkei sei erst der Anfang. Es gebe weitere Länder, die angegeben hätten, dass sie „ähnliche Bedürfnisse“ wie die Türkei hätten, sagte Sluzki. „Und diese Bedürfnisse werden natürlich gestillt.“

Quelle: shüs./dpa
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