FAZ plus ArtikelSegregierte Schulen

Das weiße Amerika bleibt unter sich

Von Frauke Steffens, New York
07.07.2020
, 14:58
Ein High-School-Absolvent aus Virginia posiert auf einer Statue eines Konföderierten-Generals. Das amerikanische Erbe wiegt bis heute schwer.
Heute gibt es in Amerika mehr Schulen mit fast nur weißen oder fast keinen weißen Schülern als vor 30 Jahren. Das liegt auch an den Entscheidungen weißer Eltern – auch solchen, die seit Wochen „Black Lives Matter“ rufen.
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Es sind zwei Fragen, die sie seit Wochen rufen: „Was wollen wir? Gerechtigkeit! Wann wollen wir sie? Jetzt! Und wenn wir sie nicht kriegen, machen wir alles dicht.“ Die Demonstrantinnen und Demonstranten, die gegen Rassismus und Polizeigewalt demonstrieren, sind kaum noch wegzudenken. Die Bewegung könnte die größte in der Geschichte der Vereinigten Staaten sein, schätzte kürzlich die „New York Times“. In 550 Orten hätten bisher zwischen 15 und 26 Millionen Menschen an einem oder an mehreren Protesten teilgenommen. Viele der „Black Lives Matter“-Demonstranten sind weiß, die Mehrheit würde sich wohl als liberal oder links beschreiben. Und viele sind sich einig, dass das, was man da bekämpft, struktureller Rassismus ist, der in alle gesellschaftlichen Bereiche ragt.

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Doch da wird es bei näherem Hinsehen auch unangenehm. Denn es sind es oft auch die individuellen Entscheidungen von weißen Privatpersonen, die die bestehenden Strukturen aufrecht erhalten. Könnte man die tatsächlich „dichtmachen“, ginge das an den Kern der eigenen Lebensweise.

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