FAZ plus ArtikelInhaftierte Uiguren in China

Der Mann mit der Million

Von Friederike Böge, Stuttgart
09.08.2019
, 15:31
Jahrelang führte Adrian Zenz ein Schattendasein in der Chinaforschung. Doch dann machte der Stuttgarter das Schicksal der Uiguren in China weltweit bekannt.

Jahrelang führte Adrian Zenz ein Schattendasein in der Chinaforschung. Er hatte kaum Veröffentlichungen vorzuweisen, unterrichtete an einer randseitigen evangelikalen Bildungsstätte, und seine unkonventionellen Forschungsmethoden weckten nur wenig Interesse in der Fachwelt. Zum Beispiel analysierte er Stellenausschreibungen für Sicherheitspersonal in Tibet, verglich sie mit Daten zu Selbstverbrennungen von Tibetern und zog daraus Schlüsse über die Repressionspolitik der chinesischen Regierung.

Sogar er selbst spricht von „skurrilen Datenarbeiten“, die ihm zeitweise „wie eine irre Zeitverschwendung“ vorgekommen seien. „Es war äußerst unwahrscheinlich, dass das zu irgendetwas Signifikantem führen würde“, sagt der Forscher in einem China-Restaurant in Stuttgart.

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Friederike Böge
Friederike Böge
Politische Korrespondentin für China, Nordkorea und die Mongolei.
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