Landesweite Proteste

Zehntausende Brasilianer demonstrieren für Amtsenthebung von Bolsonaro

25.07.2021
, 04:23
Zehntausende Brasilianer sind erneut gegen die Corona-Politik der Regierung von Bolsonaro auf die Straße gegangen.
Seine Gegner werfen dem brasilianischen Präsidenten vor, für den extrem schweren Verlauf der Pandemie im Land verantwortlich zu sein. Die Zustimmungswerte für den rechtsextremen Staatschef sind auf dem Tiefpunkt.

Zehntausende haben am Samstag in Brasilien erneut für die Amtsenthebung und gegen die Corona-Politik von Präsident Jair Bolsonaro demonstriert. Kundgebungen waren in mehr als 400 Städten im ganzen Land angekündigt. Die von linksgerichteten Parteien, Gewerkschaften und Sozialverbänden mitorganisierten Demonstrationen waren bereits die vierten Massenproteste seit Ende Mai.

In Rio de Janeiro kamen tausende Demonstranten in roter Kleidung und mit Schutzmasken zusammen. Sie hielten Schilder und Transparente mit Aufschriften wie „Raus mit dem korrupten Verbrecher“ in die Höhe.

Massive Korruptionsvorwürfe im Zusammenhang mit Corona

Die Protestierenden beklagten vor allem die spät angelaufene Impfkampagne, die hohe Arbeitslosigkeit und mangelnde Unterstützung für die wirtschaftlich von der Pandemie betroffenen einkommensschwachen Bevölkerungsschichten. Brasilianische Medien berichteten von Kundgebungen gegen den rechtsextremen Staatschef in 20 von Brasiliens 26 Bundesstaaten.

Jüngsten Umfragen zufolge sind Bolsonaros Zustimmungswerte in der Bevölkerung auf einen Tiefpunkt von 24 Prozent gesunken. Bei den Wahlen im kommenden Jahr droht ihm eine Niederlage gegen den linksgerichteten Ex-Präsidenten Luiz Inácio Lula da Silva, dessen Arbeiterpartei PT an den Protesten beteiligt war.

Bolsonaro wird vorgeworfen, die Corona-Pandemie im Land massiv verschlimmert zu haben, indem er die Gefahren des Virus immer wieder herunterspielte und den Nutzen von Corona-Impfungen in Frage stellte. Hinzu kommen massive Korruptionsvorwürfe im Zusammenhang mit der Pandemie, mit denen sich neben der Staatsanwaltschaft derzeit auch ein parlamentarischer Untersuchungsausschuss befasst.

Quelle: AFP
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