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Deutsche Schadensbegrenzung

Bis zum Knie im Löschwasser

EIN KOMMENTAR Von Berthold Kohler
Aktualisiert am 25.03.2020
 - 07:30
Viel hilft nicht immer viel: Die Ware für ein Frankfurter Schuhgeschäft wurde geliefert, doch das Geschäft ist geschlossen.
Die Corona-Krise wird nun mit viel Geld bekämpft. Auf die deutsche Politik könnten aber noch schwerere Entscheidungen zukommen als das Öffnen der Schleusen.

An diesem Mittwoch öffnet der Bundestag die Schleusen, um einen nie dagewesenen Großbrand mit ebenfalls ungekannten Wassermassen zu bekämpfen. Auch die Milliarden, die nun über Deutschland ausgeschüttet werden, sind gegen das Coronavirus machtlos. Sie sollen den Schaden begrenzen helfen, den es den Menschen, der Wirtschaft und der Gesellschaft zufügt.

Bei dem Zerstörungspotential, das dieser Seuche innewohnt, fragt man erst einmal nicht, ob auch etwas weniger Wasser zum Löschen reichte. Welcher Politiker, welche Partei oder welche Zentralbank wollte und dürfte sich bei einer solchen globalen Feuersbrunst schon den Vorwurf machen lassen, er/sie habe vor allem an die Wasserrechnung gedacht?

Vorausschauende Politik aber muss sich Gedanken darüber machen, wie viel Wasser noch im Löschteich ist und aus welchen Quellen er wann wieder aufgefüllt wird. Niemand weiß, wie lange die Corona-Krise dauert und das Wirtschaftsleben auf der ganzen Welt lähmt – und ob nicht schon im nächsten Winter mit einer weiteren Seuchenwelle zu rechnen ist, von diesem oder einem anderen Virus verursacht.

Volkswirtschaft im künstlichen Koma

Deutschland kann dank seiner Sparsamkeit länger von seinen Reserven leben. Aber jeder Monat des künstlichen Komas, in das die Volkswirtschaft versetzt wurde, trifft nicht nur Unternehmer und Arbeitnehmer hart, sondern auch den Fiskus.

Nicht allein die deutsche Politik baut darauf, dass die Maßnahmen zur Einhegung des Virus bald Wirkung zeigen, um danach den „Shutdown“ wenigstens schrittweise zurücknehmen zu können. Die Entscheidungen dafür werden Bund und Ländern schwerer fallen als das Öffnen der finanziellen Schleusen.

Werden die Beschränkungen für das Wirtschaftsleben zu früh gelockert, kann das Menschenleben kosten. Hält man zu lange an ihnen fest, stürzen die Wirtschaft und alle, die an ihr teilhaben, immer tiefer in die Krise. Zu den Albträumen dieser Tage gehört auch dieser: Das Land steht bis zum Knie im Löschwasser, aber der Dachstuhl brennt noch immer.

Quelle: F.A.Z.
Autorenporträt / Kohler, Berthold
Berthold Kohler
Herausgeber.
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