Als Folge von Cyberangriffen

Bidens Kriegswarnung

EIN KOMMENTAR Von Klaus-Dieter Frankenberger
28.07.2021
, 20:12
Warnt vor Krieg: Der amerikanische Präsident Joe Biden
Der amerikanische Präsident hat neulich Russland davor gewarnt, „kritische Infrastruktur“ in Amerika anzugreifen. Jetzt hat er nachgelegt.

Man soll den Teufel nicht an die Wand malen, heißt es im Volksmund. In der Tat klingt die Warnung des amerikanischen Präsidenten vor einem Krieg zwischen Großmächten als Folge eines Hackerangriffs – und nur als Folge eines solchen kann er sich einen solchen Krieg vorstellen – reichlich apokalyptisch.

Doch Cyberangriffe auf sogenannte kritische Infrastruktur, staatliche Institutionen und private Unternehmen haben derart zugenommen, dass niemand mehr darüber hinwegsehen kann. Je umfassender die Digitalisierung von Staat, Wirtschaft und Gesellschaft voranschreitet, desto verwundbarer werden diese und desto größer werden die Sicherheitsanforderungen.

Nicht handlungsunfähig machen lassen

Westliche Geheimdienste sind sich einig, dass hinter vielen Angriffen gegen Einrichtungen im Westen staatliche Stellen in Russland und China stecken sowie kriminelle Gruppen, die mit Wissen und/oder Billigung jener in erpresserischer Absicht agieren. Präsident Biden hat neulich gegenüber dem russischen Präsidenten klar gemacht, welche Elemente kritischer Infrastruktur auf keinen Fall Ziele von Cyberangriffen werden dürften.

Die Antwort auf die unausgesprochene Frage, was geschehe, wenn dieses „never“ missachtet werde, hat er jetzt gegeben. Unsere Gesellschaften und die Strukturen des Staates können sich nicht von staatlichen oder privaten Akteuren paralysieren und handlungsunfähig machen lassen. Es wird Zeit, dass das Bewusstsein für diese Verwundbarkeit wächst und zu mehr sicherheitspolitischer Abwehr führt.

Quelle: F.A.Z.
Autorenporträt / Frankenberger, Klaus-Dieter
Klaus-Dieter Frankenberger
Redakteur in der Politik.
  Zur Startseite
Verlagsangebot
Verlagsangebot