Umweltzerstörung in Amazonien

Bolsonaro verbietet Brandrodungen und verlängert Militäreinsatz

29.06.2021
, 09:21
Eine Herde Rinder steht im Rauch während eines Brandes in der Region Nova Fronteira (Archivbild)
Umweltschützer werfen Brasiliens Präsident vor, die Umweltkontrollen absichtlich geschwächt zu haben. Nun soll das Militär weitere drei Monate gegen illegale Aktivitäten vorgehen.

Brasiliens Präsident Jair Messias Bolsonaro hat den Einsatz des Militärs zur Bekämpfung von illegalen Aktivitäten und Umweltzerstörung in Amazonien bis zum 31. August verlängert. Das berichten Medien am Montagabend (Ortszeit). Die Soldaten sollen auch in indigenen Reservaten und Umweltschutzgebieten zum Einsatz kommen. Zudem untersagte Bolsonaro landesweit Brandrodungen in den nächsten 120 Tagen.

Während der Trockenzeit von Juli bis Oktober kommt es meist zu Tausenden von Bränden in Brasiliens Wäldern. Oft geraten dabei gelegte Brandrodungen außer Kontrolle. Dies gelte es dieses Jahr zu verhindern, mahnte die Regierung. Von dem Verbot ausgenommen ist das bei Indigenen gängige Abbrennen der Felder, um diese dann neu zu bepflanzen.

Der Einsatz von Militärs in der Amazonasregion findet seit 2019 statt, nachdem Brände und Rodungen zu einem internationalen Imageschaden für Brasilien führten. Im Mai 2020 wurden 3000 Soldaten zur Bekämpfung illegaler Aktivitäten und zur Umweltkontrolle entsandt. Eigentlich sollte der Einsatz im April dieses Jahres enden. Doch die staatlichen Umweltbehörden Ibama und ICMBio waren aufgrund von Budgetproblemen nicht in der Lage, die Kontrollen zu übernehmen.

In den vergangenen Monaten hatte die Abholzung in Amazonien zugenommen und die höchsten Raten seit 2008 erreicht. Umweltschützer werfen Bolsonaro vor, die Umweltkontrollen absichtlich geschwächt zu haben, um Landwirten in der Region freie Hand zu lassen. Vor wenigen Tagen trat Umweltminister Ricardo Salles zurück, nachdem Ermittlungen gegen ihn wegen Korruption und Holzschmuggel eingeleitet wurden. Salles soll mit der „Holzmafia“ kooperiert haben.

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Quelle: KNA
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