FAZ plus ArtikelBundestagswahlen seit 1949

1965: „Genosse Trend“ hilft der SPD

Von Peter Sturm
12.09.2021
, 10:54
Nach der Bundestagswahl 1965: Bundeskanzler Ludwig Erhard (mit Zigarre), Altbundeskanzler Konrad Adenauer und der CSU-Vorsitzende Franz-Josef Strauß (ganz rechts)
19 Wahlen, 19 Geschichten. Heute: 1965 bleibt die Union unter Bundeskanzler Ludwig Erhard zwar Sieger. Aber die SPD rückt der Union gefährlich nahe. Teil 5 unserer Wahlserie.
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Wer möglichst vielen Menschen wirtschaftlichen Wohlstand beschert, wird auch an der Wahlurne Erfolg haben. Unter dieser Prämisse gingen CDU und CSU in den Wahlkampf für die Bundestagswahl 1965. Immerhin war das Gesicht des Wirtschaftswunders, Ludwig Erhard, zu diesem Zeitpunkt seit zwei Jahren Bundeskanzler. Und so war die Kampagne der Unionsparteien auf ihn und seine Leistungen zugeschnitten. Von Anfang an belastet war Erhards Kanzlerschaft allerdings vom Verdikt seines Vorgängers. Konrad Adenauer, der Gründungskanzler der Bundesrepublik, hatte sich vor allem deshalb besonders schwergetan, das Amt aufzugeben, weil er seinen Nachfolger als Kanzler für unfähig hielt.

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Und abgesehen davon, dass nicht erst Historiker Erhards Leistung im Kanzleramt zurückhaltend beurteilten, kam schon im Wahlkampf 1965 ein Aspekt zum Tragen, für den der „Vater des Wirtschaftswunders“ nichts konnte. Er war eben auch schon seit 1949 in Amt und Würden, meist als Wirtschaftsminister. Ein „altes“ Gesicht weckt aber selten Begeisterung, schon gar nicht bei einer jüngeren Generation, die sich nach Veränderung sehnt. Dies gilt zumindest außerhalb von Krisenzeiten.

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Quelle: F.A.Z.
Autorenporträt / Sturm, Peter
Peter Sturm
Redakteur in der Politik, zuständig für „Politische Bücher“.
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