FAZ plus ArtikelAmpel oder Jamaika

Die Kanzlermacher

EIN KOMMENTAR Von Jasper von Altenbockum
27.09.2021
, 08:21
Wahlplakate von FDP und Grünen im September in Berlin
Egal, ob Ampel oder Jamaika: Jetzt kommt es auf Grüne und FDP an. Verhandlungsgeschick muss vor allem Christian Lindner zeigen.

Armin Laschet und Olaf Scholz gehen mit unterschiedlicher Belastung in die nun bevorstehenden Sondierungen und Verhandlungen. Der Vorteil für Scholz: Er kann für sich reklamieren, die Wahl gewonnen zu haben. Für Laschet ist das Wahldebakel der Union erst einmal niederschmetternd, aber nicht unbedingt ein Nachteil: Das Kanzleramt ist für die CDU das rettende Ufer, die Partei war noch nie davon überzeugt, dass man sich in der Opposition erholen könne.

Laschets zweiter Nachteil: Er verhandelt eine Viererkoalition, Scholz nur eine Dreierkoaliton. Es wird sich zeigen, ob die CSU Laschet weiterhin Steine in den Weg legt oder tatsächlich in Berlin mitregieren will (das Verhalten im Wahlkampf spricht nicht dafür). Laschets großer Vorteil: Er hat Christian Lindner auf seiner Seite, beide kennen sich gut, haben eine ähnliche Situation schon in NRW erlebt, in der sich Laschet, was nicht einfach ist, das Vertrauen Lindners erworben hat. Anderen, siehe 2017, ist das gründlich misslungen. Deshalb hat Lindner schon am Sonntagabend klar gemacht: Jamaika sei „wahrscheinlicher“. Ohne dieses Pfund im Rücken wäre Laschet am Wahlabend wohl nicht so selbstbewusst aufgetreten.

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