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Auferstehen in Ruinen

Von Jochen Staadt
Aktualisiert am 16.07.2020
 - 08:41
Heinz Rühmann im Gespräch mit Walter Ulbrichtzur Bildergalerie
Niemand hatte sich so gründlich auf seine Mission vorbereitet wie die deutschen Kommunisten in Moskau. Die „Brigade Ulbricht“ war programmatisch und organisatorisch allen anderen Kräften überlegen. Im Juli 1945 war Ost-Berlin fest in ihrer Hand.

Zwei Tage nachdem amerikanische Streitkräfte im März 1945 Rhöndorf erreicht hatten, erhielt Konrad Adenauer Besuch. Zwei Offiziere baten ihn, das Amt des Kölner Oberbürgermeisters wieder zu übernehmen, aus dem er 1933 von den Nationalsozialisten entlassen worden war. Adenauer lehnte ab, da seine Söhne noch in der Wehrmacht dienten und er befürchtete, sie würden in Sippenhaft genommen und hingerichtet.

Einen Monat später sprach ein Stabsoffizier aus General George Pattons 3. US-Armee bei Konrad Adenauer vor. Er trug dem 69 Jahre alten vormaligen Zentrumspolitiker, der auf einer Liste unbescholtener Personen stand, abermals das Amt des Oberbürgermeisters an. In Adenauers Erinnerungen ist der Besucher als „amerikanischer Offizier, ein jüdischer Emigrant, der meinen Namen kannte“, erwähnt.

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Quelle: F.A.Z.
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