Flüchtlingskrise auf Kos

Griechenland schickt Kreuzfahrtschiff

12.08.2015
, 20:16
Die Nerven liegen blank: Auf Kos geraten Polizisten und Flüchtlinge aneinander.
Auf der griechischen Insel Kos landen massenhaft Flüchtlinge, die Behörden sind überfordert, die Lage droht zu eskalieren. Die griechische Regierung setzt nun auf ein ungewöhnliches Auffanglager.

Die griechische Regierung setzt ein Kreuzfahrtschiff zur Bewältigung der Flüchtlingskrise auf der Ferieninsel Kos ein. Das Schiff mit Platz für 2500 Menschen werde zu einem Aufnahmelager umgebaut, kündigte Staatsminister Alekos Flabouraris am Mittwoch an. Es werde im größten Hafen der Insel ankern. Aus Polizeikreisen verlautete, nach den Zusammenstößen am Dienstag würden weitere Beamte nach Kos entsandt.

Ein Reporter der Nachrichtenagentur Reuters berichtete von neuen Rangeleien vor den Büros, in denen die Flüchtlinge erfasst werden. Die Polizei habe eine Gruppe von etwa 40 Menschen mit Tränengas auseinandergetrieben. Der Bürgermeister von Kos, Yorgos Kyritsis, hatte am Dienstag erklärt, die Behörden seien mit dem Flüchtlingszustrom überfordert und die Lage außer Kontrolle.

Viele Menschen, darunter Kinder, warteten auch am Mittwoch bei Temperaturen über 30 Grad in einem Stadion auf ihre Papiere. Das hoch verschuldete Griechenland muss eine zunehmende Zahl von Flüchtlingen verkraften, die aus Nordafrika und dem Nahen Osten kommen. Nach Angaben der Hilfsorganisation UNHCR sind auf griechischen Inseln in diesem Jahr bisher 124.000 Menschen gelandet.

Flüchtlinge in Griechenland
Lage auf Kos weiter angespannt
© Reuters, reuters
Quelle: Reuters
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