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Anschlag

Unbekannte werfen Handgranate auf Flüchtlingsunterkunft

 - 08:14

Unbekannte haben in der Nacht zum Freitag einen Anschlag mit einem Sprengkörper auf eine Flüchtlingsunterkunft in Villingen-Schwenningen verübt. Nach dpa-Informationen landete er auf dem Gelände der Unterkunft im Schwarzwald-Baar-Kreis. Die Polizei ermittelt. Sicherheitskräfte entdeckten den Sprengkörper rechtzeitig. Menschen kamen nicht zu Schaden.

Gegen 1.30 Uhr sind Polizeibeamte auf eine entsicherte Handgranate aufmerksam gemacht worden, die in der Nähe eines Wärterhäuschen eines Flüchtlingsheims gefunden worden war. Nach Aussagen der Polizei war die Handgranate entsichert, der so genannte Splint gezogen, zum Glück explodierte sie dann aber nicht. „Wir wissen nicht, ob es einen fremdenfeindlichen Hintergrund gibt, es muss geklärt werden, ob es sich möglicherweise um einen Anschlag gegen das Sicherheitspersonal oder vielleicht auch auf die Flüchtlinge gehandelt hat“, heißt es bei der Polizei.

Innenminister Reinhold Gall (SPD) sei noch in der Nacht über den Vorfall informiert worden. Eine Sonderkommission, sogar geführt von einem Leitenden Polizeidirektor, sei umgehend eingerichtet worden. Die Handgranate sei dann von Fachleuten der Polizei kontrolliert gesprengt worden. Bei der Flüchtlingsunterkunft handelt es sich um eine so genannte Bedarfsorientierte Flüchtlingsunterkunft (Bea) mit etwa 100 Flüchtlingen.

Wirtschaftsminister Nils Schmid (SPD) verurteilte den Anschlagsversuch. Er sei froh, dass nichts passiert sei, sagte der Politiker und SPD-Landesvorsitzende am Freitag in Stuttgart. „Man kann nur hoffen, dass sich solche Vorfälle nicht wiederholen.“ Tatsache sei, dass es in Deutschland so viele Anschläge auf Flüchtlingsheime gegeben habe wie lange nicht mehr.

In der Stadt Villingen-Schwenningen sind immer mal wieder Rechtsextremisten lautstark in der Öffentlichkeit aufgetreten, die „Deutsche Liga für Volk und Heimat“ ist mit einem Sitz im Gemeinderat vertreten. Vereinzelt hatte es in der Kreisstadt des Schwarzwald-Baar-Kreises auch Pegida-Demonstrationen gegeben, allerdings kamen selten mehr als 80 Teilnehmer. Die Stadt mit 81.000 Einwohnern wird seit vielen Jahren von einem sozialdemokratischen Oberbürgermeister regiert.

Polizei und das Innenministerium appellierten an die Bevölkerung, aus dem Vorfall keine vorschnellen Rückschlüsse zu ziehen und auch nicht hysterisch zu reagieren. Man werde den Tathergang so schnell wie möglich aufklären.

Quelle: rso./mben./dpa/AFP
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