Flüchtlingskrise

Die Eingeschlossenen von Idomeni

Von Michael Martens, Idomeni
21.03.2016
, 08:39
Seit Wochen verharren tausende Menschen in Idomeni mit Hoffnung auf Weiterreise.
Künftig sollen Syrer direkt aus der Türkei nach Europa umgesiedelt werden. Diejenigen unter den etwa 12.000 Menschen, die an der griechischen Nordgrenze feststecken, müssen dagegen auf Schlepper hoffen – oder auf „Flüchtlingsaktivisten“.

Der Kapitalismus ist unschlagbar. Seit wenigen Wochen erst besteht das improvisierte Lager an Griechenlands Grenze zu Mazedonien vor dem Dorf Idomeni, doch die Marketender der Völkerwanderung sind längst da. An einem Feldrand kaum hundert Meter vor dem Dorf steht ein Kleinbus des Paketdienstes DHL, und davor eine lange Schlange: Syrer, Iraker, Pakistaner. Mehrere Mitarbeiter des Paketdienstes sind vollauf damit beschäftigt, Dokumente und Geld von den Wartenden entgegenzunehmen. Sie transportieren vor allem Pässe und andere wichtige Dokumente nach Deutschland.

Es geht, soweit sich das aus Gesprächen mit den Wartenden erschließt, um Familienzusammenführungen und ähnliche bürokratische Vorgänge, an deren Ende ein Aufenthalt in Deutschland stehen soll. Pässe, Geburtsurkunden und andere Dokumente gehen von hier für 50 Euro pro Sendung an deutsche Anwaltskanzleien. Das muss ein gutes Geschäft sein. „Und ob“, sagt ein DHL-Mitarbeiter, der vor lauter Andrang keine Zeit für ein längeres Gespräch hat.

Illegaler Grenzübertritt
Flüchtlinge berichten von dramatischen Szenen
© AP, reuters

Am Dorfeingang, unweit des mazedonischen Grenzzauns, haben derweil griechische Roma das Geschäft in der Hand. Sie stehen auf den Ladeflächen ihrer zu mobilen Supermärkten umfunktionierten Kleinlastwagen und verkaufen Obst, Kekse, Milch, Nudeln, Eier, Zucker und andere Dinge des täglichen Bedarfs. Eine voluminöse Frau mit schneeweißem Kopftuch thront auf einem Hocker und verkauft Kochtöpfe, ein hagerer Mann mit Goldzähnen sagt einen Refrain aus Tabak auf: „Marlboro, Marlboro.“ Verschiedene Clans sind am Werk und machen das Geschäft ihres Lebens, denn wenige Meter weiter beginnt ein Zeltlager mit schätzungsweise 12.000 Einwohnern, deren Bedürfnisse die Hilfsorganisationen längst nicht alle erfüllen können. „Wir haben nur Hähnchenfleisch. Schwein essen die ja nicht“, sagt ein älterer Zigeuner, wie er sich selbst nennt. Er hat sich einen Laib Weißbrot geholt und Hühnerpastete darauf geschmiert, nun isst er zufrieden und beobachtet das bestens laufende Geschäft. Auch Fladenbrot haben seine Frauen im Angebot, so wie es die Muslime gewohnt sind. Wenn es nach ihm ginge, könnten die Fremden ewig in Idomeni bleiben.

Flüchtlingskrise
UNHCR zeigt sich entsetzt über Lage für Flüchtlinge in Idomeni
© AP, afp

Weltgeschichte über Idomeni hereingebrochen

Neben dem Marktgewusel steht ein altes Haus wie von Janosch gemalt. Die Wände in verblichenem Hellrosa, ein schiefes Ofenrohr ragt unter dem Vordach hervor. Auf einem Strommast nistet ein Storchenpaar. Die beiden Vögel schauen auf das vieltausendköpfige Treiben in dem einst verschlafenen Dorf herab, und man kann sich ausmalen, wie abends die Störchin zum Storchen sagt: „Hier brüten wir nie wieder.“ Eine alte Frau in dem hellrosa Häuschen hat die Gardinen zur Seite geschoben und blickt staunend auf die Kreuzung vor ihrem Garten, die sich wie durch Zauberhand in einen Marktplatz in Aleppo verwandelt hat. Auf der Terrasse vor ihrem Haus stehen zwei Stühle, auf denen sie und ihr Mann früher vielleicht im Abendsonnenschein saßen, als die Weltgeschichte noch nicht über Idomeni hereingebrochen war.

Damals konnte Antonia Mikropoulou in ihrem Laden noch ein Nickerchen machen. Sie trägt nur schwarz, wie es für Witwen in Griechenland noch üblich ist auf dem Lande. „Früher bin ich auf meinem Stuhl hinter dem Tresen manchmal eingeschlafen, und jetzt komme ich nicht mehr hinterher mit der Arbeit“, sagt Frau Mikropoulou, die den „Allesverkauf“ von Idomeni betreibt, einen Tante-Emma-Laden, in dem es nach Zimt, Kartoffeln und vergangenen Zeiten riecht. Idomeni habe höchstes noch 50 Einwohner, die anderen seien verstorben oder weggezogen, erzählt Frau Mikropoulou, deren „Allesverkauf“ seit einigen Wochen gut zehntausend potentielle Kunden mehr im Einzugsgebiet versorgen muss: „Ich kann gar nicht so schnell nachbestellen, wie gekauft wird.“ Wenn sie den Laden nur für eine halbe Stunde schließt, um ihre kranke Schwester zu versorgen oder auf die Toilette zu gehen, bildet sich eine lange Warteschlange vor der kleinen Tür. Eigentlich ist es mehr eine ungeordnete Wartetraube, denn vor dem Geschäft von Frau Mikropoulou herrscht das Recht des Stärkeren.

Fürchterlicher Qualm

„Gibt es Löffel in diesem Geschäft?“, fragt eine junge Frau, die in diesem Kampf schlechte Aussichten hat und am Rande der Wartenden auf ihre Chance hofft, irgendwie in den Laden zu gelangen. Sie stamme aus Aleppo und sie brauche Löffel, sagt die Frau, deren Geschichte sich stark verkürzt so anhört: Vier Kinder, Mann tot, ein Bruder in Dänemark, Familie will nach Deutschland, inschallah. Aber wichtiger als die Träume von Deutschland sind in diesem Moment Löffel. Sie wolle für ihre Kinder etwas kochen, sagt die Mutter aus Aleppo, weil sie bei dem Gedränge im Lager, wo an verschiedenen Stellen von verschiedenen Organisationen warmes Essen ausgegeben wird, nie rechtzeitig an die Reihe komme. Da sie keinen Mann hat, den sie vorschicken kann, ernährt sie ihre Kinder seit Tagen mit belegten Broten. Nun wolle sie ihnen endlich einmal etwas Warmes kochen. Einen Topf hat sie schon, nur Löffel fehlen noch.

Gekocht wird überall im Lager. Hunderte, wenn nicht Tausende kleine Feuer brennen neben den Zelten. Irgendeine Hilfsorganisation hat vor einigen Tagen einen ganzen Lastwagen voller Feuerholz gebracht und am Rande des Lagers unter offenem Himmel abgeladen. Dann regnete es. Jetzt lassen sich die feuchten Scheite kaum entzünden, und wenn doch, dann qualmen sie fürchterlich. Weil manche auch Plastikteile und anderen Müll in die Flammen werfen, ist die ganze Gegend in giftige Rauschschwaden gehüllt. Viele Menschen haben Kopfschmerzen, doch jeden Tag scheinen mehr Feuer aufzulodern. Es brodelt rot, gelb und manchmal grün in Kesseln, Schüsseln, Töpfen, dazwischen spielen, streiten, heulen kleine Kinder, stehen erwachsene Männer in Gruppen und debattieren. Eine Frau hat Schmerzen, sie weint und stöhnt, zwei Männer tragen sie zum Zelt der „Ärzte ohne Grenzen“. Dort warnt ein Schild: „Wir raten Ihnen, Ihre Telefonnummer auf den Arm Ihrer Kinder zu schreiben.“

Im provisorischen Lager in Idomeni mangelt es sogar an Feuerholz. Häufig müssen die Bewohner giftigen Plastikmüll verbrennen.
Im provisorischen Lager in Idomeni mangelt es sogar an Feuerholz. Häufig müssen die Bewohner giftigen Plastikmüll verbrennen. Bild: AP

Ein Junge ist beim Spielen von einem der abgestellten Bagger gestürzt, blutet am Kopf und rennt weinend zu seinen Eltern. In einem angrenzenden Feld verrichten Menschen ihre Notdurft mit Blick auf den mazedonischen Grenzzaun und die Spielcasinos dahinter. Ein alter Mann hadert laut mit sich oder seinem Gott, ein Bärtiger ohne Beine im Rollstuhl lacht sich schief über einen offenbar guten Witz, der ihm gerade erzählt wurde. Es ist ein vielsprachiges Gewusel und Gewese, und mittendrin überall Fotografen beim Fotografieren von spielenden Kindern im Schlamm. Das Szenerie ist chaotisch und zugleich wie ein Lied mit sehr eintönigem Refrain: Zelte, Morast, Menschen, Rauch, Zelte, Morast, Menschen Rauch, Zelte, Morast, Menschen, Rauch.

Nicht alle, die vorgeben zu helfen, tun Gutes.

„Wahnsinn ist das hier“, sagt Kevin Kelly, ein Geschäftsmann aus der Kleinstadt Carlow im Südosten Irlands. Kelly ist mit seinen Freunden Phil und Mike und einem Lastwagen voller Hilfsgüter gekommen. Daheim in Carlow hat er eine Organisation namens „The jacket off your back“ gegründet, zu Deutsch etwa „Die letzte Jacke“ – im Sinne des letzten Hemdes, das man für notleidende Menschen hergeben solle. „Ich habe viel Leid gesehen, aber das übertrifft alles“, sagt Kelly. Besonders haben ihn die Nächte von Idomeni beeindruckt, wenn es still ist und auch wieder nicht, weil aus den Zelten schreiende Babys und hustende Kinder zu hören sind. So groß das Durcheinander von Idomeni auch ist, Kelly, Phil und Mike fallen auf mit ihren grünen St.-Patricks-Day-Hüten. Sie haben 5000 Paar Kinderschuhe und mehrere hundert Stofftiere dabei, die sie verteilen wollen. Es hat sich herumgesprochen, dass die Männer mit den grünen Hüten irgendetwas Wertvolles in ihrem Lastwagen haben, eine lange Schlange hat sich gebildet.

Herr Kelly und seine Freunde beratschlagen, wie sie die Schuhe verteilen können, ohne überrannt zu werden. Wenige Schritte weiter verteilen die Zeugen Jehovas Flugblätter, daneben betreibt das „Global Hope Network. Help to the hidden and hurting“ mit einem Dieselgenerator eine kostenlose Ladestation für Mobiltelefone. Niemand weiß, wie viele Organisationen und Gruppierungen in Idomeni tätig sind, welche Ziele und Interessen sie verfolgen. Griechenlands Gesundheitsministerium, das ungarische Rote Kreuz, das UN-Flüchtlingshilfswerk, die Jünger der „großen Meisterin Ching Hai. Be vegan, make peace“ sind nur einige von ihnen. Es ist vollkommen unmöglich, sich einen Überblick darüber zu verschaffen, wer hier gegen oder für was agitiert, doch sicher ist: Nicht alle, die in Idomeni zu helfen vorgeben, tun Gutes.

Knallharte Lobbyisten

Über das, was man in Idomeni nicht sieht, kann Angelos Syrigos anschaulich berichten. Er ist Professor für Völkerrecht an der Panteion-Universität in Athen und war von 2012 an drei Jahre lang als Staatssekretär im griechischen Innenministerium für Migration und Flüchtlinge zuständig. In dieser Zeit lernte er aus eigener Anschauung, dass viele „Hilfsorganisationen“ und „Flüchtlingsaktivisten“ knallharte Lobbyisten sind, die vor Täuschung oder Drohungen nicht zurückschrecken und Migranten dabei als Mittel für ihre Zwecke missbrauchen. Radikale Gruppen seien das, die der Ansicht seien, es gebe „ein Recht auf Grenzenlosigkeit“, also ein Recht, Grenzen zu ignorieren und Grenzbefestigungen zu zerstören.

Ein Arzt leistet in Idomeni Erste Hilfe bei einem Baby. Doch nicht alle freiwilligen Helfer kommen mit der Absicht Gutes zu tun.
Ein Arzt leistet in Idomeni Erste Hilfe bei einem Baby. Doch nicht alle freiwilligen Helfer kommen mit der Absicht Gutes zu tun. Bild: dpa

„Sie wollen zeigen, dass es keine Grenzen gibt“, fasst Syrigos seine Erfahrungen zusammen und berichtet von einem Fall im November 2014, als im Wortsinne über Nacht mehrere hundert Syrer auf dem Syntagma-Platz in Athen auftauchten und dort campierten. Sie forderten eine Weiterreise nach Deutschland. „Meine erste Überraschung war, dass sie nicht mit unseren Sozialarbeitern reden wollten“, erinnert sich Herr Syrigos. Er schickte Übersetzer zu den Syrern, um herauszufinden, woher die Ablehnung kam. Es stellte sich heraus, dass radikale Aktivisten schon vor den Sozialarbeitern mit den Syrern gesprochen und sie gewarnt hatten, sich bloß nicht mit den Vertretern des Staates einzulassen, denn in diesem Fall drohe ihnen die Abschiebung. Syrigos hat sich die Namen der Organisationen gemerkt: „Rosa“ (von Luxemburg), „Rosinante“ und „Netzwerk für politische und soziale Rechte.“ Kleine Gruppierungen mit 200 oder höchstens 300 Aktivisten. Der Staatssekretär ließ Flugblätter auf Arabisch und Griechisch drucken, um die Syrer zu informieren, dass es keine legale Möglichkeit zur Weiterreise nach Deutschland gebe. „Die einzige Lösung ist, dass Sie sich um Asyl in Griechenland bewerben. Asylanten haben das Recht, legal in Griechenland zu bleiben, sie haben Zugang zu freier Gesundheitsfürsorge und können legal arbeiten“, hieß es auf dem Flugblatt. „Doch kaum hatten wir die Flugblätter verteilt, wurden sie von einigen Menschen hinter uns wieder eingesammelt“, sagt Angelos Syrigos. Das waren Aktivisten, die nicht wollten, dass die Syrer diese Informationen zu Gesicht bekamen. Er habe schließlich Polizeischutz anfordern müssen, um die Informationen ungestört verteilen zu können.

Aktivisten für die Schmuggler „nützliche Idioten“

Bald darauf hätten die Aktivisten eine bekannte Athener Menschenrechtsanwältin engagiert, die den Syrern gesagt habe, sie sollten dem Staatssekretär keinesfalls glauben „Traut ihm nicht, er lügt. Es gibt Möglichkeiten, nach Europa zu gehen“, habe die Anwältin gesagt. In gewisser Weise, so Syrigos, arbeiteten einige Aktivisten und die Menschenschmuggler Hand in Hand. „Die Schmuggler wollen nicht, dass die griechischen Asylprozeduren greifen, denn sie können nur verdienen, wenn die Leute nach Deutschland oder Schweden weiterreisen. Wenn jemand sich um Asyl bewirbt, verlieren sie ihn als Kunden. Und die ,Aktivisten‘ wollen nicht, dass sich diese Menschen um Asyl bewerben, weil sie Staaten und Grenzen grundsätzlich ablehnen.“ So seien die Aktivisten für die Schmuggler „nützliche Idioten“.

Solche „Aktivisten“ gibt es auch in Idomeni. Noch ist ungeklärt, wer hinter dem „Kommando Norbert Blüm“ steckt, doch die Aktion trägt die Handschrift jener Organisationen, für die Grenzen ein Verbrechen sind. Das „Kommando Blüm“ hatte in Idomeni Zettel verteilt mit der Aufforderung, in Massen zu einer Stelle an der Grenze zu gehen, an der auf mazedonischer Seite noch kein Zaun steht. Ein Fluss wurde durchquert, in dem kurz zuvor drei Afghanen ertrunken waren bei dem Versuch, nach Mazedonien zu gelangen. Doch der Versuch des massenhaften Durchbruchs scheiterte, denn auf der mazedonischen Seite wartete die Armee. Sie fing alle Migranten ab und schickte sie nach Griechenland zurück.

Keiner will gehen, niemand will zurück in die Türkei

Nun stecken die Leute wieder in dem wilden Lager in Idomeni, doch bisher ist trotz der desolaten Bedingungen kaum jemand bereit, sich von hier zu entfernen. Nachdem auf dem Brüsseler EU-Türkei-Gipfel Ende vergangener Woche beschlossen worden ist, Syrer künftig aus der Türkei nach Europa umzusiedeln – aber nur von dort –, sitzen die Menschen hier fest. Wenigstens diejenigen, die noch Geld haben, setzen ihre Hoffnungen daher auf Schlepper, die sie irgendwie über die Grenze nach Mazedonien und von dort weiter nach Deutschland bringen. Wer mit den Menschen spricht, erfährt schnell: Keiner will gehen, niemand will zurück in die Türkei. Viele behaupten, eher in Idomeni sterben zu wollen.

An einem Zelt des UNHCR wirbt die „Greece Trafficking Hotline“ mit ihrer kostenlosen Kurzwahl 1109. Unter dieser Nummer können freilich die Dienste von Schleppern nicht bestellt, sondern nur angezeigt werden. „Achtung, Sie sind der großen Gefahr ausgesetzt, ausgenutzt zu werden, da Schmuggler dafür bekannt sind, Ihre schwierige Lage auszunutzen“ heißt es auf dem Schild. „Seien Sie misstrauisch, wenn Schmuggler Jobs anbieten. Achten Sie auf jeden, der Ihnen den Pass abnehmen will. Auf Möglichkeiten, die zu gut klingen, um wahr zu sein“, wird gewarnt.

„Öffnet die Grenzen“: Viele sogenannte „Flüchtlingsaktivisten“ ermutigen die Menschen mit allen Mitteln die Grenzen zu überschreiten.
„Öffnet die Grenzen“: Viele sogenannte „Flüchtlingsaktivisten“ ermutigen die Menschen mit allen Mitteln die Grenzen zu überschreiten. Bild: Reuters

Auf der anderen Seite der Grenze, hinter dem Zaun, sind mehrere gepanzerte Fahrzeuge der mazedonischen Sondereinsatzpolizei aufgefahren. Wasserwerfer, Jeeps. Auch ein Fahrzeug der österreichischen Polizei ist auf der anderen Seite zu sehen. Direkt davor am Zaun zeltet Nadeem, ein junger Pakistaner, der allein auf dem Weg ist und sich aus einem Vorort von Lahore im Punjab aufgemacht hat, als die Balkanroute noch offen war. Er wollte nicht nach Deutschland, sondern in die Niederlande, weil in Amsterdam schon Verwandte aus seinem Dorf untergekommen sind. Nadeem sagt, er habe kaum noch Geld, 200 Euro vielleicht. Und jetzt? Warte er darauf, dass seine Leute ihm mehr Geld schicken aus Amsterdam. Und dann? „Ich muss Leute finden, die mir zeigen, wie es weitergeht“, sagt Nadeem. Zurück könne er ja nicht.

Quelle: F.A.Z.
Autorenporträt / Martens, Michael
Michael Martens
Korrespondent für südosteuropäische Länder mit Sitz in Wien.
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