FAZ plus ArtikelMerkels Wahl 2005

Die Kanzlerin aus dem Osten

Von Peter Sturm
06.12.2020
, 11:17
Mit Glück und Machtinstinkt schaffte es Angela Merkel ins Kanzleramt. Die ostdeutsche Pastorentochter ließ erst die Männer in der CDU und dann Schröders SPD hinter sich: 17. und letzter Teil unserer Serie „Stationen – Deutschland seit 1945“.

Angela Merkel war nicht die erste Ostdeutsche, die ein herausgehobenes politisches Amt in der „neuen“ Bundesrepublik erreichte. 1998 war der Sozialdemokrat Wolfgang Thierse nach dem Wahlsieg Gerhard Schröders über Helmut Kohl zum Bundestagspräsidenten gewählt worden. Dies blieb er für zwei Legislaturperioden. So kam es, dass die Wahl, die Thierses Amtszeit als Parlamentspräsident beendete, zum Start der Karriere Angela Merkels an der Spitze wurde.

Dieser Start wäre freilich um ein Haar misslungen. Dabei waren die Voraussetzungen im Jahr 2005 für die Unionsparteien so gut wie lange nicht. Nach der Niederlage bei der Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen hatte sich Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) entschlossen, in einer Art Flucht nach vorn ein neues Mandat für seine Koalition mit den Grünen zu suchen. Er führte durch eine absichtlich verlorene Abstimmung über die Vertrauensfrage die vorgezogene Bundestagswahl herbei.

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Quelle: F.A.Z.
Autorenporträt / Sturm, Peter
Peter Sturm
Redakteur in der Politik, zuständig für „Politische Bücher“.
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