Nach einem Vierteljahrhundert

Griechenland und Mazedonien legen Namensstreit bei

17.06.2018
, 11:09
Am Prespa-See treffen sichGriechenlands Premierminister Alexis Tsipras (rechts) und sein mazedonischer Amtskollege Zoran Zaev zusammen mit ihren Außenministern.
Am Prespa-See unterzeichnen die Außenminister beider Länder ein historisches Abkommen. Die Einigung öffnet Nord-Mazedonien den Weg in EU und Nato.

Griechenland und Mazedonien haben am Sonntag eine Vereinbarung zur Beilegung des seit gut einem Vierteljahrhundert andauernden Streits um den Namen Mazedonien unterzeichnet. Danach soll die ehemalige jugoslawische Teilrepublik sich künftig Nord-Mazedonien nennen. Als Gegenleistung will Athen den Weg des Landes zur Nato und in die EU nicht länger blockieren.

Die Vereinbarung wurde von den Außenministern der beiden Nachbarstaaten in der Grenzregion des Prespa-Sees unterzeichnet. Anwesend waren auch die EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini, EU-Erweiterungskommissar Johannes Hahn sowie Vertreter der Vereinten Nationen (UN). Die Zeremonie wurde direkt im Fernsehen beider Nachbarstaaten übertragen.

„Wir machen einen historischen Schritt“, erklärte der griechische Regierungschef Alexis Tsipras. Ein neues Zeitalter der Kooperation und der Stabilität beginne für die beiden Nachbarstaaten. Dem schloss sich der mazedonische Ministerpräsident Zoran Zaev an: „Unsere Staaten lassen die Vergangenheit zurück und schauen in die Zukunft.“ Beide Regierungschefs betonten, dass dieses Abkommen ein Muster dafür sei, wie Streitigkeiten dieser Art überwunden werden könnten.

Mazedonien grenzt im Süden an die griechische Region gleichen Namens. Griechenland spricht dem Nachbarland das Recht auf den historischen Namen Mazedonien (griechisch: Makedonía) ab. Aus diesem Grund blockiert bislang Athen den Beitritt Mazedoniens in die Nato und die Aufnahme von Beitrittsverhandlungen mit der Europäischen Union.

Quelle: dpa
  Zur Startseite
Verlagsangebot
Verlagsangebot