FAZ plus Artikel150 Jahre Reichsgründung

Aufbruch in den Rechtsstaat

EIN KOMMENTAR Von Reinhard Müller
Aktualisiert am 13.01.2021
 - 09:55
Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier steht mit seiner Frau Elke Büdenbender im September im Militärhistorischen Museum der Bundeswehr in Dresden in der Ausstellung „Krieg Macht Nation. Wie das deutsche Kaiserreich entstand“.
Die Staatsgründung vor 150 Jahren sollte preußisch nüchtern gewürdigt werden. Aus Bismarcks Reich ist eine Bundesrepublik in der Europäischen Union geworden.

Eine Entschädigung für die Hohenzollern? Die Vergleichsverhandlungen zwischen Bund und Ländern sowie der Familie Preußen über den Ausgleich von Enteignungen haben zum Teil Entrüstung hervorgerufen. Müssten nicht eigentlich die Nachkommen der preußischen Könige und deutschen Kaiser eher sogar zur Kasse gebeten werden – für all das Unheil, das sie zu verantworten haben?

Dahinter steht freilich eine Haltung, die von weit oben herab auf die jüngere deutsche Geschichte zurückblickt, die dann nur als Vorlauf zu nationalsozialistischer Schreckensherrschaft und Völkermord erscheint. So verständlich das angesichts der kaum fassbaren NS-Verbrechen auch ist – diese Sicht ist nicht nur recht bequem; sie wird auch den Menschen und Ereignissen in ihrer jeweiligen Zeit nicht gerecht.

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Quelle: F.A.Z.
Autorenporträt / Müller, Reinhard
Reinhard Müller
Verantwortlicher Redakteur für „Zeitgeschehen“ und F.A.Z. Einspruch, zuständig für „Staat und Recht“.
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