Aktionsplan Ernährung

Bundesregierung will Deutschland in Form bringen

25.06.2008
, 11:53
Deutschland muss abspecken
Die Zahlen sind erschreckend: In Deutschland sind zwei Drittel der Männer und rund die Hälfte der Frauen zu dick, ebenso 15 Prozent der Kinder. Damit sich das ändert, will die Regierung nun mit Kampagnen für gesunde Ernährung sowie für mehr Sport dem Fett zu Leibe rücken.
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Die Bundesregierung will dem Übergewicht der Bundesbürger stärker zu Leibe rücken und Deutschland in Form bringen. Das Kabinett beschloss am Mittwoch den Nationalen Aktionsplan Ernährung. Gesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) und Verbraucherminister Horst Seehofer (CSU) planen darin Kampagnen für gezielte Aufklärung über gesunde Ernährung, für besseres Essen in Kantinen von Betrieben, Schulen und Kindergärten sowie für mehr Sport.

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Ein Schulpflichtfach Ernährung ist allerdings nicht geplant, auch keine Verbote. Mit der Wirtschaft soll jedoch über einen Verzicht auf Werbung gesprochen werden, die sich an Kinder unter 12 Jahren richtet. „In Deutschland soll ein Umfeld geschaffen werden, in dem ausgewogene Ernährung und ausreichende Bewegung in allen Lebensbereichen fest verankert sind“, heißt es in dem Entwurf, der der Deutschen Presse-Agentur dpa vorliegt.

Grüne: „Hauptsächlich Alibi-Maßnahmen“

In Deutschland gelten zwei Drittel der Männer und rund die Hälfte der Frauen zwischen 18 und 80 Jahren als zu dick. Unter Kindern und Jugendlichen sind 15 Prozent übergewichtig oder fettleibig. Dadurch steigt das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Zuckerkrankheit, warnt die Bundesregierung.

Bild: dpa-BMELV

Die Grünen-Fraktion hält den Aktionsplan für untauglich. „Es werden hauptsächlich Alibi-Maßnahmen vorgeschoben“, sagte Grünen-Fraktionsvize Bärbel Höhn. „Übergewichtige Kinder werden so nicht erreicht.“ Höhn fordert ein Werbeverbot für Süßigkeiten im Fernsehen vor 20 Uhr sowie eine Ampel-Kennzeichnung von Lebensmitteln, bei der die Farben Rot, Gelb oder Grün zeigen, wie hoch der Anteil von Fett, Zucker oder Salz ist. Der FDP-Verbraucherpolitiker Hans-Michael Goldmann lehnt ein Werbeverbot dagegen ab. Die Deutsche Kinderhilfe kritisierte, bloße Appelle an die Bevölkerung reichten nicht. Der Verband fordert Ernährung als Pflichtfach in der Schule.

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Quelle: dpa
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