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Corona lässt EU-Skepsis wachsen

Von Thomas Petersen, Institut für Demoskopie Allensbach
21.04.2021
, 06:03
Allgemein fühlen sich die Deutschen in der EU wohl. Aber wegen der Corona-Pandemie ist die Skepsis gegenüber ihren Institutionen so stark wie seit zehn Jahren nicht mehr. Besonders die Impfstoffbeschaffung wird kritisiert.

Die Einstellung der Bevölkerung zur Europäischen Union war in den vergangenen Jahrzehnten stabil und schwankend zugleich. Stabil war sie insofern, als die Krisen der Gemeinschaft – die Diskussionen über den Maastricht-Vertrag, den Beitritt der Türkei, die Ost-Erweiterung der EU, das Scheitern des Verfassungsvertrags, die Einführung des Euros, die Staatsschuldenkrise und den Entschluss Großbritanniens, die Union zu verlassen – nichts an der grundsätzlichen Zustimmung der meisten Deutschen zur europäischen Einigung ändern konnten.

Gleichzeitig aber schwankte die Meinung über den konkreten Zustand der EU erheblich, wenn auch in anderer Weise, als oft angenommen wird. So führte die sogenannte „Euro-Krise“ vor rund einem Jahrzehnt nicht etwa dazu, dass die Zustimmung der Deutschen zum Euro zurückging, sondern im Gegenteil deutlich stieg. Offensichtlich waren vielen Bürgern angesichts der Bedrohung die Vorzüge der gemeinsamen Währung erst bewusst geworden. Ein ähnliches Muster zeigte sich auch nach dem Referendum in Großbritannien, das das Vertrauen der europäischen Bürger in die Gemeinschaft eher festigte als erschütterte.

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