FAZ plus ArtikelKurs in der Pandemie

Merkels kleine Revolution

EIN KOMMENTAR Von Jasper von Altenbockum
29.03.2021
, 17:44
Wer ist zuständig in der Pandemie? Mancher wünscht sich eine „Revolution“, um das eindeutig zu klären. Die hat aber schon längst stattgefunden.

Nicht erst das Osterdebakel hat gezeigt, dass es „so nicht weitergehen kann“, wie einige Beteiligte seither reumütig zugegeben haben. Schon seit Anfang des Jahres mehren sich die Stimmen, die eine „Jahrhundertreform“, eine „echte Staatsreform“ oder eine „Neugründung“ der Bundesrepublik fordern. Der Vorsitzende der Unionsfraktion, Ralph Brinkhaus, sprach gar davon, dass „vielleicht“ eine „Revolution“ in Deutschland nötig sei. Und auch die Kanzlerin forderte schon vor Wochen dazu auf, angesichts der großen Herausforderungen die Bundesrepublik „ganz neu zu denken“.

Was damit genau gemeint war, blieb im Unklaren. Nicht aber, wer sich angesprochen fühlen musste. Es ging um das mangelhafte Zusammenspiel von Bund, Ländern und Kommunen. Je länger die Pandemie dauert, desto stärker traten nicht nur Defizite zutage, es häuften sich auch neue Unzulänglichkeiten und Ärgernisse. In einer Krise mag das unausweichlich sein, nicht aber, wenn altbekannte Missstände plötzlich Zustände herbeirufen, die eine existentielle Bedrohung bedeuten können.

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Autorenporträt / Altenbockum, Jasper von (kum.)
Jasper von Altenbockum
Verantwortlicher Redakteur für Innenpolitik.
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