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Angriff auf Synagoge

Wie die Verbreitung des Videos aus Halle gestoppt werden soll

Aktualisiert am 10.10.2019
 - 07:56
Der Täter von Halle, aufgenommen von einer anderen Kamera.
Mehr als 2000 Nutzer haben das Video des Täters von Halle auf der Streaming-Plattform Twitch angeschaut. Eine besondere Technologie soll die weitere Verbreitung verhindern.

Große Unternehmen haben nur Stunden nach dem Anschlag auf die Synagoge in Halle das Live-Video der Tat von ihren Plattformen gelöscht. „Wir stehen in engem Kontakt miteinander und bleiben entschlossen, die Online-Verbreitung von gewalttätigen und extremistischen Inhalten zu stören“, erklärte die Gruppe „Global Internet Forum to Counter Terrorism“ in den Vereinigten Staaten am Mittwoch. Zu ihren Mitgliedern gehören Facebook, Google, Microsoft und Twitter. Um die Videos automatisch zu entfernen, wird das sogenannte „Hashing“ angewendet. Diese wurde nach dem Anschlag in Christchurch in Neuseeland im März dieses Jahres entwickelt.

Der Attentäter von Halle hatte sein Live-Video von der Tat in Echtzeit im Internet verbreitet. Er nutzte dafür die Streaming-Plattform Twitch, die zu Amazon gehört. Twitch ist eine Abspielstätte für die Übertragung von Videospielen. Dabei werden die Spiele, oft Ego-Shooter, von anderen Spielern betrachtet und verfolgt. Das Video von Halle ist zum Teil ebenfalls wie ein Ego-Shooter gefilmt. Es ähnelt dem Filmmaterial aus Christchurch, in dem der Schütze mit einer Helmkamera aus der Ich-Perspektive die Tötung von 51 Menschen in zwei Moscheen filmte und live im Internet übertrug. Wie bei Christchurch verbreiteten sich Kopien und Teile der Aufnahmen aus Deutschland schnell im Internet - sowohl durch Anhänger der antisemitischen Ideologie des Attentäters als auch durch Menschen, die die Tat verurteilen.

Auf seinem offiziellen Twitter-Account gab Twitch bekannt, dass das Video von 5 Personen live gesehen wurde und es nach der Tat noch von 2200 Nutzern abgerufen wurde. Nach 30 Minuten habe das Unternehmen das Video von der Internetplattform gelöscht. Das Nutzerkonto des Verdächtigen sei vorher nur ein einziges Mal zum Streamen benutzt worden. Facebook sagte, es habe noch keine Details darüber, wie oft das Video auf seinen Plattformen gepostet wurde oder wie viele Nutzer es gesehen haben. Twitter verwies Reuters auf die Erklärung des Forums „Global Internet Forum to Counter Terrorism“. Google und Telegram reagierten zunächst nicht auf Anfragen zur Stellungnahme.

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Antisemitischer Angriff
Anwohner in Halle zeigen Anteilnahme

Quelle: Reuters
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