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Weniger als 190.000

Zahl der Asylsuchenden geht deutlich zurück

 - 11:02
Asylbewerber warten im September 2016 im „Ankunftszentrum für Flüchtlinge“ in Gießen.

In Deutschland sind 2017 weniger Asylsuchende registriert worden. Das geht aus der jüngsten Asylstatistik hervor, die Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) am Dienstag zusammen mit der Leiterin des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge (Bamf), Jutta Cordt, in Berlin vorstellte. Demnach wurden im vergangenen Jahr 186.644 Asylsuchende registriert. Das sind knapp 100.000 weniger als 2016 (280.000). Auf dem Höhepunkt der Flüchtlingskrise, 2015, waren 890.000 Asylsuchende registriert worden.

Die Zahl fällt in die Spanne, auf die sich CDU/CSU und SPD bei ihren Sondierungsgesprächen geeinigt haben. Sie legt fest, dass jährlich nicht mehr als 220.000 Flüchtlinge nach Deutschland kommen können sollen.

Auch bei der monatlichen Asylstatistik zeigt der Trend nach unten. Dem Bundesinnenministerium zufolge wurden im Dezember 13.082 ankommende Flüchtlinge registriert, nach gut 16.000 im November und gut 15.000 im Oktober. Die beiden größten Gruppen von Aslysuchenden blieben dabei Syrer und Iraker.

Auch die Zahl offener Verfahren sinkt

Neben den Flüchtlingszahlen sinkt offenbar auch die Zahl der offenen Verfahren beim Bamf. Inzwischen lägen noch 67.000 vor. Bei 22.000 handelt es sich um Altverfahren, bei 45.000 um Verfahren von Personen, die 2017 in die Bundesrepublik eingereist seien. Vor einem Jahr lag diese Zahl noch bei weit mehr als 400.000. Damit sei die Zahl der offenen Verfahren auf das Niveau des Jahres 2013 gesunken und das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge nicht mehr mit dem Bewältigen der Folgen der Krise beschäftigt, so de Maizière. Vielmehr könne sich das Bamf nun Aufgaben der Zukunft widmen.

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Alexander Dobrindt
Weniger Sozialleistungen für Asylbewerber

Bei den Asylentscheidungen erhielten 20,5 Prozent der Betroffenen den Flüchtlingsstatus nach dem Grundgesetz oder der Genfer Flüchtlingskonvention. Weitere 16 Prozent der Antragsteller erhielten den untergeordneten subsidiären Schutz, für den derzeit der Familiennachzug ausgesetzt ist. In knapp sieben Prozent der Fälle wurde ein Abschiebeverbot verhängt. Abgelehnt wurden 38,5 Prozent der Anträge. Der Rest wurde anderweitig erledigt, unter anderen aus formellen Gründen.

Die Zahl der Abschiebungen konnte im Jahr 2017 indes nicht weiter gesteigert werden. Im vergangenen Jahr mussten rund 26.000 Menschen Deutschland zwangsweise verlassen. 2016 waren es noch etwa 28.000 Menschen.

Der Rückgang ist nach de Maizières Worten darauf zurückzuführen, dass die Rückführungen in die Westbalkanstaaten weitestgehend abgeschlossen worden seien. Abschiebungen in andere Länder gestalteten sich als schwierig, sagte der CDU-Politiker.

Im Fall der nordafrikanischen Länder Tunesien, Algerien und Marokko, die in der Vergangenheit als besonders schwierig galten, hätten sich die Abschiebungen dennoch erhöht. Allein nach Algerien wurden 2017 de Maizière zufolge 450 Menschen zurückgebracht. 2015 waren es 57.

Quelle: lohe./epd/AFP
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