Baden-Württemberg

Südwest-CDU stimmt über Teufel-Nachfolge ab

Aktualisiert am 30.10.2004
 - 14:44
Stellen sich den Mitgliedern: Schavan, Oettinger
Es ist beschlossene Sache. Bis Ende November werden die Mitglieder der CDU in Baden-Württemberg vor die Frage gestellt: Oettinger oder Schavan - wer soll Ministerpräsident Teufel beerben?

Präsidium und Landesvorstand der baden-württembergischen CDU haben sich für eine schnelle Befragung der 80.000 Parteimitglieder über die Nachfolge von Ministerpräsident Erwin Teufel ausgesprochen. Dies sehe der gemeinsame Vorschlag von CDU-Fraktionschef Günther Oettinger, Kultusministerin Annette Schavan sowie Teufel und Landesgeneralsekretär Volker Kauder vor, sagte ein Präsidiumsmitglied am Samstag in Stuttgart nach der Sitzung.

Sowohl Oettinger als auch Schavan bemühen sich um die Nachfolge Teufels, der sein Amt als Ministerpräsident und CDU-Landesvorsitzender am 19. April 2005 aufgeben will.

Befragung bis Anfang Dezember abschließen

Die Mitgliederbefragung soll nach dem Willen des Präsidiums bis zum CDU-Bundesparteitag Anfang Dezember abgeschlossen sein. Vor der Befragung der Parteimitglieder wird die 63köpfige CDU-Fraktion im Landtag über die beiden Kandidaten abstimmen. In der Fraktion hatte es heftige Kritik an dem geplanten Vorgehen gegeben.

Schavan verteidigte in der „Bild am Sonntag“ noch einmal das Mitgliedervotum: „In einer Situation, in der es zu Verletzungen und Irritationen gekommen ist, brauchen wir ein Verfahren, das zur Geschlossenheit des Landesverbands beiträgt. Daher lassen wir die Mitglieder entscheiden.“

Wissmann pro Oettinger

Auch der stellvertretende CDU-Landesvorsitzende Matthias Wissmann betonte, eine solche Befragung sei ein guter Katalysator, um emotionale Konflikte zu lösen. Im Deutschlandradio rief er dazu auf, die Personaldebatte so schnell wie möglich zu beenden und wieder zu Sachfrage zurückzukehren. Zugleich sprach sich Wissmann für Oettinger als Teufel-Nachfolger aus. Der Fraktionschef sei besonders mit dem Mittelstand verbunden, der in Baden-Württemberg eine herausragende wirtschaftliche Rolle spiele.

Quelle: FAZ.NET mit Material von dpa, AP
  Zur Startseite
Verlagsangebot
Verlagsangebot