<iframe title="GTM" src="https://www.googletagmanager.com/ns.html?id=GTM-WBPR4W&gtm_auth=3wMU78FaVR9TNKtaXLbV8Q&gtm_preview=env-23&gtm_cookies_win=x" height="0" width="0" style="display:none;visibility:hidden"></iframe>
Kinderpornographie

Eine bittere Wahrheit

EIN KOMMENTAR Von Daniel Deckers
Aktualisiert am 24.03.2020
 - 19:51
Ein dunkles Feld: Eine DVD in einem Notebook mit kinderpornographischem Material
Der dramatische Anstieg der Fälle von Kinderpornographie zeigt: Die Ermittler nutzen ihre erweiterten Befugnisse – und viel zu viele Kinder sind täglich Leid ausgesetzt. Nicht wegschauen, das gilt jetzt mehr denn je.

Die Nachricht von einem nie dagewesenen Anstieg der polizeilich erfassten Fälle von Kinderpornographie um sage und schreibe 65 Prozent sollte niemanden verwundern. Denn diese Zahl macht nur eines wirklich deutlich: dass die Sicherheitsbehörden die Ermittlungsmöglichkeiten, die ihnen der Gesetzgeber nach und nach zugebilligt hat, auch wirklich nutzen.

Doch je mehr Licht in das Dunkelfeld der Kinderpornographie und auch in das des sexuellen Kindesmissbrauchs fällt, desto größer sollte das Erschrecken sein angesichts des vieltausendfachen Leids, dem die Schwächsten in unserer Gesellschaft ausgesetzt sind. Und das nicht allein an deren Rändern, sondern in deren Mitte, vor allem im familiären Nahbereich.

Was aber ist zu tun und von wem? Sollten die Internetprovider dazu verpflichtet werden, Kinderpornographie zu melden, würde die Zahl der Tatverdächtigen nachgerade explodieren – es sei denn, die verbesserten Ermittlungsmethoden oder auch ein höherer Strafrahmen entfalteten schnell eine abschreckende Wirkung. Doch das ist nur eine vage Hoffnung.

Einstweilen bleibt die bittere Wahrheit, dass jeden Tag in Deutschland mindestens vier Kinder Opfer sexueller Gewalt werden. Zu dieser Wahrheit gehört auch, dass im Osten Deutschlands die Wahrscheinlichkeit, dass Kindern Gewalt angetan wird, zum Teil doppelt so hoch ist wie im Westen. Und das alles vor der Corona-Krise. Jetzt aber muss es mehr denn je heißen: Nicht wegschauen.

Quelle: F.A.Z.
Autorenporträt / Deckers, Daniel
Daniel Deckers
in der politischen Redaktion verantwortlich für „Die Gegenwart“.
  Zur Startseite

Diese Webseite verwendet u.a. Cookies zur Analyse und Verbesserung der Webseite, zum Ausspielen personalisierter Anzeigen und zum Teilen von Artikeln in sozialen Netzwerken. Unter Datenschutz erhalten Sie weitere Informationen und Möglichkeiten, diese Cookies auszuschalten.