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Wohin mit den Millionen nach der Braunkohle?

Von Stefan Locke, Weißwasser und Knappenrode
25.11.2021
, 10:43
Blick in den Tagebau Nochten und auf die Kühltürme des Kraftwerkes Boxberg in der Nähe von Weißwasser.
Für den Strukturwandel in den Braunkohleregionen steht viel Geld bereit, auch in der Lausitz. Doch über Sinn, Einsatz und Verteilung der Mittel gibt es Streit.
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Die Energiefabrik Knappenrode bei Hoyerswerda in der Lausitz ist ein leuchtend roter Backsteinbau, der sich hoch über die Wipfel des ihn umgebenden Kiefernwaldes erhebt. 1918 errichtet, beherbergte er einst das modernste Brikettwerk Deutschlands. 1993 war er der beinahe letzte seiner Art, in dem mit Maschinen aus der Kaiserzeit Braunkohlebrocken zu feuerfertigen Briketts gepresst wurden. Seitdem ist die Anlage Industriedenkmal, Museum sowie Tagungsort, ein symbolischer obendrein. Jüngst trafen sich hier Landräte und Bürgermeister aus Ostsachsen, um über den Strukturwandel angesichts des Ausstiegs aus der Kohleförderung zu sprechen und Fördergeld zu verteilen. Spätestens 2038, so hat es die Bundesregierung beschlossen, soll auch hier Schluss sein mit der Braunkohle, nach mehr als 150 Jahren.

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Vor dem Eingang zum Tagungsgebäude steht Torsten Pötzsch, Oberbürgermeister der Stadt Weißwasser, und hat – das dürfe man ruhig so schreiben – „die Schnauze voll“. „Alle rufen auf einmal nach Strukturwandelgeld“, sagt der 50 Jahre alte Politiker einer lokalen Wählervereinigung namens „Klartext“. „Aber bei uns, die wir direkt vom Tagebau betroffen sind, kommt einfach zu wenig an!“

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Quelle: F.A.Z.
Autorenporträt / Locke, Stefan
Stefan Locke
Korrespondent für Sachsen und Thüringen mit Sitz in Dresden.
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