FAZ plus ArtikelVor der Stichwahl

Kann die SPD Dortmund verteidigen?

Von Reiner Burger
Aktualisiert am 26.09.2020
 - 20:32
Der Dortmunder SPD-Oberbürgermeisterkandidat Thomas Westphal beim Kleingartenverein „Zur Sonnenseite“zur Bildergalerie
Die SPD will am Sonntag unbedingt ihre „Herzkammer“ halten. Sie regiert in Dortmund seit 74 Jahren. Doch CDU und Grüne haben sich gegen den sozialdemokratischen Oberbürgermeister-Kandidaten verbündet – trotz mancher Vorbehalte.

An Tag neun vor der Stichwahl scheint auf einmal alles so einfach für Andreas Hollstein. Die Sonne taucht die Neubausiedlung „City Quartier“ im Dortmunder Kaiserviertel in freundliches Spätsommerlicht. Junge Väter und Mütter genießen vor ihren Reihenhäusern ein Schwätzchen im Corona-Abstand, während ihre Kinder auf der Spielstraße mit Laufrädern und Bobbycars umhersausen. Der Kandidat lächelt. So leicht wie heute ist der 57 Jahre alte CDU-Politiker viele pandemiebeschwerte Wahlkampfwochen lang nicht an die Wähler herangekommen.

Corona macht allen Parteien und Kandidaten im Wahlkampf zu schaffen. Aber Hollstein tut das Virus besonders weh. Er kommt von außen, ist bisher Bürgermeister der gut 30 Kilometer entfernten Kleinstadt Altena im Sauerland, muss sich in Dortmund erst bekannt machen – was schwer ist ohne die sonst üblichen größeren Veranstaltungen mit Multiplikatoren von Verbänden, Bürgerinitiativen, Wirtschaftsleuten. Und selbst beim Haustürwahlkampf muss Hollstein penibel auf Abstand achten. Dabei ist seine Stärke doch, unbefangen auf Menschen zuzugehen. Heute aber ist alles unbeschwert.

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Quelle: F.A.Z.
Autorenporträt / Burger, Reiner
Reiner Burger
Politischer Korrespondent in Nordrhein-Westfalen.
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