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Rechtsanspruch für Grundschule

Bundesregierung will Ganztagsbetreuung bis 2025

 - 18:50
Grundschulkinder sollen einen Anspruch auf Ganztagsbetreuung erhalten.

Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) hat angekündigt, den Rechtsanspruch für Grundschulkinder auf Ganztagsbetreuung zügig auf den Weg zu bringen. Dabei solle sichergestellt werden, dass Grundschulkinder in allen Klassenstufen an fünf Tagen in der Woche mindestens von 8.00 bis 16.00 Uhr in der Schule betreut werden können, erklärte sie am Mittwoch in Berlin. Giffey äußerte sich vor dem Hintergrund einer aktuellen Studie des Deutschen Jugendinstituts (DJI), nach der es einen großen Bedarf an Plätzen gibt.

Giffey betonte weiter, der Bund stelle dafür bis 2021 insgesamt allein zwei Milliarden Euro zur Verfügung. Eine gute Ganztagsbetreuung sei eine Frage von Bildungsgerechtigkeit sowie der Vereinbarkeit von Familie und Beruf, so die Politikerin. Union und SPD hatten im Koalitionsvertrag festgeschrieben, bis 2025 ein Recht auf Ganztagsbetreuung im Grundschulalter zu schaffen. Der Rechtsanspruch ist auch Thema der Jugend- und Familienministerkonferenz am Donnerstag und Freitag in Weimar.

Laut der DJI-Studie wünschen sich mehr als 70 Prozent der Eltern eine Ganztagsbetreuung für ihr Kind. Derzeit gibt es demnach für nicht einmal die Hälfte der Schüler ein entsprechendes Angebot – sei es als Hort, Ganztagsschule oder Mittagsbetreuung. Es fehlten rund 660.000 Hortplätze.

Die stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Grünen, Katja Dörner, forderte eine „Priorität“ für das Thema Rechtsanspruch. Die Regierung müsse sich endlich auf die Gewinnung und Ausbildung von pädagogischen Fachkräften konzentrieren. Der Familienbund der Katholiken verlangte einen „weitaus größeren politischen Ehrgeiz für das Recht auf Ganztagsbetreuung in Grundschulen“. Die Koalition sei weit von ihrem Ziel entfernt, bis zum Jahr 2025 allen Grundschulkindern eine Ganztagsbetreuung anbieten zu können, sagte Präsident Ulrich Hoffmann.

Ähnlich äußerte sich die Arbeiterwohlfahrt. Die Studie zeige den enormen Bedarf. Der Rechtsanspruch biete „die große und wohl einmalige Chance, durch gute pädagogische Angebote der ganztägigen Bildung und Betreuung Bildungsbenachteiligung wirksamer zu entgegnen und vielen Kindern bessere Chancengerechtigkeit zu ermöglichen“.

Quelle: KNA
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