FAZ plus ArtikelBundestagskandidat der CDU

Projektionsfläche Maaßen

EIN KOMMENTAR Von Thomas Holl
04.05.2021
, 09:13
In Sachsen-Anhalt und Thüringen steht die CDU angesichts der AfD vor einer Zerreißprobe. Die Nominierung des früheren Verfassungsschutzchefs Maaßen zum Bundestagskandidaten belastet auch Laschets Wahlkampf.

Thüringen war schon für Annegret Kramp-Karrenbauer ein Schicksalsland. Die CDU-Landtagsfraktion in Erfurt weigerte sich trotzig vor mehr als einem Jahr, die Wahl eines FDP-Manns zum Ministerpräsidenten mit den Stimmen der völkischen Höcke-AfD rückgängig zu machen. Kramp-Karrenbauers erfolgloses Drängen auf Neuwahlen geriet zum Führungsdebakel und besiegelte ihr Ende als glücklose, nur kurz amtierende CDU-Vorsitzende.

Auch für ihren Nachfolger Armin Laschet könnte die aktuelle Personalentscheidung von Teilen der Thüringer CDU im ohnehin schwersten Bundestagswahlkampf seit Jahrzehnten noch zu einem größeren Problem werden. Die Nominierung des früheren Verfassungsschutzpräsidenten Hans-Georg Maaßen zum Bundestagskandidaten im Wahlkreis 196 durch ein klares Votum der „Basis“ in einem sauberen demokratischen Verfahren bietet Grünen, SPD, Linkspartei und selbst der FDP Wahlkampfmunition der Extraklasse. Und löst in der (westdeutschen) CDU kurz nach dem selbstzerstörerischen Machtkampf um die Kanzlerkandidatur viel stilles Entsetzen und wenig laute Empörung aus.

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Autorenporträt / Holl, Thomas
Thomas Holl
Redakteur in der Politik.
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