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Rennen um CDU-Vorsitz

Merz führt „sehr gutes Gespräch“ mit Kramp-Karrenbauer

Aktualisiert am 18.02.2020
 - 15:08
Die CDU-Vorsitzende Annegret Kramp-Karrenbauer verlässt am Dienstag nach dem Gespräch mit Friedrich Merz das Konrad-Adenauer-Haus in Berlin
Von den bislang offiziellen Kandidaten für den CDU-Parteivorsitz macht als erster Friedrich Merz der amtierenden Parteichefin seine Aufwartung. Die „Bewerbungen im Wochentakt“ sorgen bei manchen in der CDU derweil für Verstimmung.

Der frühere Unionsfraktionschef Friedrich Merz hat sich positiv über seine Unterredung mit der CDU-Vorsitzenden Annegret Kramp-Karrenbauer über die anstehenden Personalentscheidungen zu Parteivorsitz und Kanzlerkandidatur geäußert. „Es war ein sehr gutes Gespräch“, teilte Merz am Dienstag im Anschluss an das mehr als einstündige Treffen in der CDU-Zentrale in Berlin mit. Sein Sprecher betonte, Merz stimme sich nun weiter mit allen Beteiligten ab und werde sich zu gegebener Zeit äußern. Über Inhalte des Gesprächs zwischen Kramp-Karrenbauer und Merz war zwischen beiden Vertraulichkeit vereinbart worden.

Für den CDU-Vorsitz gibt es inzwischen drei offizielle Bewerber. Neben dem Außenpolitiker Norbert Röttgen haben sich zwei weitere CDU-Mitglieder schriftlich dafür beworben. Ihre Namen blieben aber vertraulich, solange sie sich nicht selbst äußerten, hieß es am Dienstag aus der CDU. Dass es sie gibt, hatte CDU-Generalsekretär Paul Ziemiak bereits über die Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Samstag) bekanntgemacht. Wie es in der CDU weiter hieß, will Kramp-Karrenbauer in den nächsten Tagen mit Röttgen unter vier Augen sprechen. An diesem Mittwoch wollte Kramp-Karrenbauer mit den beiden weiteren möglichen Interessenten für das Vorsitzendenamt, Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet und Gesundheitsminister Jens Spahn, zu getrennten Gesprächen zusammenkommen.

Am kommenden Montag werde Kramp-Karrenbauer dann sowohl das Präsidium als auch den Vorstand der CDU über den aktuellen Stand informieren, hieß es weiter. Ob dann bereits über ein konkretes Verfahren zur Bestimmung eines neuen Vorsitzenden gesprochen werde, sei noch nicht sicher. Die Parteivorsitzende werde das Verfahren weiter von vorne führen und zu gegebener Zeit konkrete Schritte einleiten, die am Ende in einen Parteitag münden sollen mit der Wahl eines neuen Vorsitzenden.

Wer sich als Kandidat beziehungsweise Kandidatin für den Parteivorsitz aufstellen lassen will, muss im Vorfeld von einem Kreisverband (oder Bezirksverband, Landesverband oder CDU-Vereinigungen wie MIT oder CDA) nominiert werden oder kann beim Parteitag von mindestens einem stimmberechtigten Delegierten vorgeschlagen werden.

Niedersachsens CDU-Chef Bernd Althusmann reagierte mit Unverständnis auf das Schaulaufen der ersten Kandidaten für den Parteivorsitz. Der CDU sei „mit Bewerbungen im Wochentakt nicht geholfen“, sagte Althusmann am Dienstag in Hannover. „Wir haben gewählte Gremien, die einen realistischen Zeitplan, das Verfahren und einen Personalvorschlag zügig erarbeiten, damit wir uns endlich wieder auf politische Sachfragen konzentrieren können.“ Er empfehle allen potenziellen Bewerbern, „Besonnenheit und das große Ganze der Union nicht aus dem Auge zu verlieren“, sagte Althusmann. Althusmann erinnerte angesichts dessen daran, dass die CDU aus 15 Landesverbänden bestehe, von denen der niedersächsische der drittgrößte sei.

Quelle: dpa/afp
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