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Unsere ungerechte Impf-Triage

Von Adriano Mannino, Korbinian Rüger, Nikil Mukerji und Albrecht von Müller
03.03.2021
, 17:34
Zwei Über-80-Jährige erhalten ihre erste Corona-Schutzimpfung in Nordwestmecklenburg
Zwei Menschen ertrinken, zwei Rettungsringe liegen am Ufer. Soll man beide einer einzigen Person zuwerfen? So sieht die deutsche Impfstrategie aus. Ein Gastbeitrag von vier Ethikern.
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Zwei Menschen sind in einen Fluss gefallen und drohen zu ertrinken. Am Ufer liegen zwei Rettungsringe. Sie können jedem der beiden Ertrinkenden einen Ring zuwerfen, sodass sich beide mit hoher Wahrscheinlichkeit über Wasser halten und überleben werden. Sie können aber auch beide Rettungsringe einer Person zuwerfen. In diesem Fall würde sich die Überlebenschance dieser Person noch verbessern, doch die andere Person würde wahrscheinlich ertrinken. Wie sollten Sie sich entscheiden?

Vielleicht halten Sie diese Frage für einen schlechten Scherz. Wer käme auf die Idee, eine Person ertrinken zu lassen, um einer anderen Person, die bereits mit einem Rettungsring versorgt ist, einen zweiten zuzuwerfen? Das wäre himmelschreiend ungerecht. Außerdem wäre es höchst ineffizient, weil eine hohe Chance verspielt würde, ein zusätzliches Menschenleben zu retten. Und doch ist das in etwa die Logik, die in Deutschland bei der Verteilung knapper Impfstoffe angewandt wird.

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