FAZ plus ArtikelEmpörung über Politiker

Die Drängler an der Impfstraße

Von Reiner Burger, Düsseldorf
11.02.2021
, 15:41
Trotz strikter Priorisierung drängeln sich beim Impfen immer wieder Funktionsträger wie Politiker oder Geistliche vor. Müssen Sanktionen her?

Um ein deutliches Wort ist der nordrhein-westfälische Gesundheitsminister selten verlegen. Leider gebe es Krankenhäuser, die ihr gesamtes Personal geimpft hätten, „obwohl das nicht der Priorisierung entspricht und unsolidarisch ist“, polterte Karl-Josef Laumann (CDU) vor wenigen Tagen. Und dann „gibt es dieses Prachtexemplar eines Bürgermeisters in Hennef“. Sozialdemokrat Mario Dahm, gerade mal 31 Jahre alt und erst seit der nordrhein-westfälischen Kommunalwahlen im Herbst Verwaltungschef der Stadt in der Nähe von Bonn, hatte sich weit vor der Zeit gegen das Coronavirus impfen lassen.

Vielerorts in Deutschland werden derzeit Fälle bekannt, in denen teilweise eklatant von der festgelegten Reihenfolge der Impfungen abgewichen wurde. Weil aktuell nur wenig von den zugelassenen Vakzinen geliefert werden kann, begann die Kampagne zunächst bei den über 80-Jährigen und dem pflegerischen und medizinischen Personal, das mit Corona-Infizierten arbeitet, also Pflegerinnen und Pfleger, Beschäftigte auf Intensivstationen, in Notaufnahmen oder im Rettungsdienst. Alle anderen müssen zum Teil noch monatelang auf ihre Dosis warten.

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Quelle: F.A.Z.
Autorenporträt / Burger, Reiner
Reiner Burger
Politischer Korrespondent in Nordrhein-Westfalen.
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