Corona-Pandemie in Deutschland

Für Ältere bleibt das Virus gefährlich

Von Kim Björn Becker
29.07.2022
, 14:57
Medizinisches Personal legt auf einer Intensivstation des RKH Klinikum Ludwigsburg einem Covid-19-Patienten einen Zugang für die künstliche Beatmung (Archivbild).
Die Zahl der gemeldeten Ansteckungen geht zwar insgesamt zurück, doch in den Krankenhäusern bleiben die Zahlen hoch. Gerade bei den schweren Krankheitsverläufen von Senioren zeichnet sich keine Entspannung ab.
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Ist die Corona-Sommerwelle schon gebrochen? Einzelne Daten zur Pandemie aus den Bundesländern lassen zumindest die Hoffnung auf ein Ende der gegenwärtigen Häufung an Ansteckungen nicht gänzlich unbegründet erscheinen. In Bayern zum Beispiel geht die Sieben-Tage­-Inzidenz seit etwa einer Woche zurück, am Freitag lag der Wert im Freistaat bei 786 neuen Fällen pro 100.000 Einwohnern binnen einer Woche; in der Vorwoche waren es noch 953 gewesen. Auch in Niedersachsen ging die Zahl zurück, dort betrug die Inzidenz am Freitag 675. Bundesweit gab das Robert-Koch-Institut (RKI) den Wert der neuen Ansteckungen am Freitag mit 607 an – allerdings dürften überall im Land etliche Infektionen unerkannt geblieben und nicht in die offiziellen Statistiken eingeflossen sein.

Der Blick auf die sogenannte Hospitalisierungsinzidenz, die den Anteil der neu ins Krankenhaus aufgenommenen Patienten mit positivem Corona-Test abbildet, schärft das Bild ein wenig. Auch bei diesem Indikator sinken die Zahlen seit etwa einer Woche – wenn auch nur sehr langsam. Am Freitag meldeten die Krankenhäuser dem RKI im Schnitt 7,4 Neuaufnahmen mit positivem Corona-Befund pro 100.000 Einwohnern binnen sieben Tagen. Vor einer Woche war die tages­aktuell gemeldete Hospitalisierungsinzidenz mit 7,9 Fällen noch etwas höher. Der Wert macht deutlich, wie viele Krankenhauspatienten das Virus in sich trugen; ob sie wegen einer Covid-19-Erkrankung ins Krankenhaus kamen, bleibt offen.

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Ältere trifft das Virus nach wie vor

Entwarnung will das RKI für den weiteren Sommer allerdings nicht geben, aus guten Gründen. Es sei auch in den kommenden Wochen „noch mit Fällen und, vor allem in den höheren Altersgruppen, mit Hospitalisierungen, der Zunahme intensivmedizinischer Behandlungen und mit Todesfällen zu rechnen“, schreibt das Institut in seinem jüngsten Wochenbericht, den es am Donnerstagabend veröffentlicht hat. „Weiterhin ist eher eine Seitwärtsbewegung als ein sinkender Trend zu beobachten“, heißt es weiter. Zuletzt stieg demnach die Zahl der Corona-Ausbrüche in medizinischen Behandlungseinrichtungen sowie in Alten- und Pflegeheimen weiter an. Corona belastet das Gesundheitssystem weiter durch viele schwer Erkrankte; die teils hohen Personalausfälle in den Kliniken kommen hinzu und verschärfen die Versorgungslage zusätzlich.

Das zeigt die Entwicklung eines speziellen Indikators, den das RKI in seinem Bericht abermals neu berechnet hat. Die Krankenhäuser melden den Behörden auch die Zahl jener Fälle, in denen mit Corona infizierte Patienten wegen einer akuten und schwerwiegenden Atemwegserkrankung behandelt werden müssen, im Fachjargon SARI abgekürzt. In diesen Fällen liegt der Verdacht nahe, dass es sich um schwere Covid-19-Verläufe handelt.

Die SARI-Hospitalisierungsinzidenz war im Juni deutlich gestiegen und hat sich nach RKI-Angaben nun „auf einem erhöhten Niveau stabilisiert“. In der zurückliegenden Woche, auf deren Datenstand sich der Wochenbericht größtenteils bezieht, lag die SARI-Inzidenz bei 4,7 Fällen pro 100.000 Einwohnern binnen einer Woche – das entspricht etwa 3900 neuen Patienten. Besonders Ältere sind weiterhin von einem schweren Covid-19-Verlauf betroffen. In der Gruppe der Über-80-Jährigen lag die SARI-Hospitalisierungsinzidenz mit einem Wert von 35 mehr als sieben Mal so hoch wie im Mittel aller Altersgruppen. Gleichzeitig sind Ältere tendenziell überdurchschnittlich oft gegen Corona geimpft.

Vergleichsweise hoch ist derzeit auch die Zahl der Patienten, die mit positivem Corona-Befund auf den Intensivstationen der Krankenhäuser liegen. Das Intensivregister der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin wies am Freitag bundesweit 1471 Schwerkranke aus. Am Dienstag lag der Wert mit 1594 zwar noch höher, die Kurve flacht also ab. Doch im Vergleich mit Anfang Juni sind die Zahlen noch immer deutlich erhöht. Damals verzeichneten die Intensivstationen bundesweit nur gut 600 Infizierte.

Quelle: F.A.Z.
Autorenporträt / Becker, Kim Björn
Kim Björn Becker
Redakteur in der Politik.
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