Corona-Notlage

Schneller handeln

EIN KOMMENTAR Von Thomas Holl
16.11.2021
, 19:11
Impfen, was das Zeug hält: Ein älterer Mann erhält in Duisburg seine Aufrischungsimpfung.
In Österreich bereitet sich Salzburg wegen voller Intensivstationen auf die Triage vor. Damit es hier nicht dazu kommt, muss die Politik schneller handeln als bisher.
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Ein Blick nach Österreich zeigt, was im zweiten Corona-Winter auch Deutschland droht. Es ist die von Markus Söder beschworene Vorstufe der Apokalypse im Gesundheitswesen, dass sich im Corona-Brennpunkt Salzburg die Landeskliniken mit einem Triage-Team jetzt auf das Schlimmste vorbereiten: Demnächst zu entscheiden, welcher Patient noch intensivmedizinisch versorgt werden kann und wer nicht.

Ein paar Sekunden vor Zwölf haben etliche Bundesländer schon vor der Ministerpräsidentenkonferenz auf den Ernst der Corona-Lage reagiert. Nach tagelangem Jammern, dass ihnen die noch gar nicht regierende Ampelkoalition den Instrumentenkasten leere, führen sie endlich die 2G-Regel im öffentlichen Leben ein. Das hätte etwa Bayern mit seinem nur scheinbar härtesten Pandemiebekämpfer schon längst tun können.

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Längst in Gang hätte auch eine breit angelegte Booster-Kampagne kommen müssen. Wie in Israel sind Millionen Auffrischungsimpfungen in kurzer Zeit notwendig, um vielen Zweitgeimpften nicht nur der Generation 60Plus eine dritte Spritze zu geben, um damit die Welle bis Januar zu brechen. Immerhin geht Bayern hier voran, indem dort der von der Stiko festgelegte Abstand zur Zweitimpfung pragmatisch von sechs auf fünf Monate verkürzt wird. Denn auch hier gilt die im Kampf gegen das Virus wichtigste Regel: Schnelligkeit entscheidet.

Quelle: F.A.Z.
Autorenporträt / Holl, Thomas
Thomas Holl
Redakteur in der Politik.
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