FAZ plus ArtikelDie Linke und Marx21

Wie radikal ist Janine Wissler?

Von Markus Wehner, Berlin
25.02.2021
, 15:38
Janine Wissler (Die Linke) im Oktober 2020
Die extremistische Gruppe Marx21 hat Janine Wissler geprägt. Jetzt distanziert sich die Politikerin, die am Wochenende zur Ko-Vorsitzenden der Linkspartei gewählt werden soll, vorsichtig davon. Ist das glaubhaft?

Janine Wissler kann sich gut daran erinnern, wann sie mit der Politsekte in Kontakt kam, die ihr Leben geprägt hat. Das sei 1998 gewesen, erzählt sie, der Anlass war Helmut Kohl. Der damalige Bundeskanzler machte Wahlkampf auf dem Frankfurter Römer. Und Wissler, in der Nähe aufgewachsen und 17 Jahre alt, war dabei. Auf der Kundgebung demonstrierten linke Gruppen gegen Kohl. Darunter war das trotzkistische Netzwerk „Linksruck“.

Wissler kam ins Gespräch, ging später zu einer Veranstaltung. Es folgten Lesekreise und Diskussionsabende, bald war sie aktiv in der Organisation. Die nennt sich heute Marx21 und wird vom Verfassungsschutz beobachtet. Das alles wäre kein Problem, wenn es sich um eine jugendliche Verirrung Wisslers handeln würde. Doch die 39 Jahre alte Fraktionsvorsitzende der Linken im Hessischen Landtag war noch bis vor wenigen Monaten Mitglied bei Marx21. Am Wochenende soll sie – neben der Thüringer Fraktions- und Landesvorsitzenden Susanne Hennig-Wellsow – zur neuen Bundesvorsitzenden der Linkspartei gewählt werden. Dann wird sie den Kurs der Partei maßgeblich bestimmen.

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Quelle: F.A.Z.
Autorenporträt / Wehner, Markus
Markus Wehner
Politischer Korrespondent in Berlin.
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