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Goodbye Hitler

Von Justus Bender
Aktualisiert am 10.12.2019
 - 17:47
Demonstration der rechtsextremen NPD in Erfurt im Mai 2018 (Archivfoto)
Niemand wählt mehr die NPD. Die will deshalb ihr Nazi-Image loswerden. Ein neuer Name soll helfen. Bloß welcher?

Die Leute von der NPD haben einen schrecklichen Verdacht. Sie sind nicht mehr sicher, ob eine Nazipartei wie ihre in Deutschland eine Zukunft hat. Manche Kader haben das schon eine Weile lang geahnt. Zum Beispiel als die NPD bei der Bundestagswahl null Prozent bekam. Genauer gesagt waren es 0,4 Prozent. Dann kam die Europawahl und zeigte, dass das kein Ausrutscher nach unten war, im Gegenteil. Für die NPD stimmten 0,27 Prozent. Das ist wenig für eine Partei, die gerne das ganze deutsche Volk (abzüglich der Minderheiten) verträte. Es ist, bis auf die Nachkommastellen, eigentlich gar nichts.

Die Männer von der NPD sind natürlich keine Schwächlinge. Sie haben schon kruppstahlharte Zeiten durchgestanden. In ihrer Geschichte stand die Partei mehrfach an der Nulllinie. Auch die Kasse war schon oft leer. Einmal musste die NPD ihr ganzes Tafelsilber zusammenkratzen, um Schulden bei der Bundestagsverwaltung zu bezahlen. Also brachten sie Pfandbriefe und einen Goldbarren im Wert von 18000 Euro vorbei, den ihnen ein Gönner vererbt hatte. Ein anderes Mal entließen sie aus Geldnot alle Mitarbeiter der Bundesgeschäftsstelle. Die treuen Rechtsextremisten arbeiteten dann ohne Lohn weiter. Die heutige Krise aber ist anders, das spürt auch Udo Voigt, der stellvertretende Parteivorsitzende. Das Andere, das es in früheren Krisen nicht gab, hat drei Buchstaben. Ein A, ein f und ein D.

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Quelle: F.A.S.
Autorenporträt / Bender, Justus
Justus Bender
Redakteur in der Politik der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.
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