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Ehemaliger Gedenkstättenleiter

Hubertus Knabe klagt gegen seine Kündigung

 - 16:54

Der entlassene Direktor der Stasiopfer-Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen, Hubertus Knabe, hat Klage gegen seine Kündigung eingereicht. Diese sei beim Berliner Arbeitsgericht bereits am Dienstag eingereicht worden, sagte Gerichtssprecherin Andrea Baer auf Anfrage des Evangelischen Pressedienstes am Donnerstag. Ein Verhandlungstermin stehe noch nicht fest.

Knabe habe in seiner Klage die Unwirksamkeit der Kündigung geltend gemacht, sagte Baer. Die Klage richte sich gegen die Stiftung Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen. Bereits Freitag vergangener Woche habe zudem Knabes bisheriger Stellvertreter, Helmut Frauendorfer, ebenfalls Klage gegen seine Kündigung eingereicht.

Knabe wird vorgeworfen, nicht entschieden genug gegen die sexuelle Belästigung von Frauen durch den stellvertretenden Direktor Frauendorfer vorgegangen zu sein. Der Stiftungsrat hatte den langjährigen Direktor am 25. September deshalb einstimmig von seinen Aufgaben entbunden. Die Entlassung hatte zuletzt eine heftige Kontroverse ausgelöst und war als politische Entscheidung kritisiert worden.

Missstände über Jahre geduldet

Sowohl Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) als auch der Vorsitzende des Stiftungsrats, Berlins Kultursenator Klaus Lederer (Linke), hatten jedoch betont, Knabe sei keiner Intrige und keinen ideologischen Erwägungen zum Opfer gefallen. Der frühere Gedenkstätten-Leiter gilt als scharfer Kritiker der Linken. Grütters schrieb in einer Information für Bundestagsabgeordnete, entscheidend sei das verloren gegangene Vertrauen in Knabes Führungskraft gewesen. Der Stiftungsrat habe den Eindruck gewonnen, dass der Historiker über Jahre Missstände in seinem Haus geduldet und sie durch seinen Führungsstil und sein eigenes Verhalten sogar befördert habe.

Aus Protest gegen das Vorgehen des Stiftungsrates waren zuletzt drei weibliche Stiftungsbeiräte zurückgetreten. Sechs betroffene Frauen kritisierten dagegen „eine bedenkliche Schieflage“ der Debatte, in der „das unangemessene und belästigende Verhalten von Vorgesetzten in der Gedenkstätte“ weiterhin ausgeblendet werde.

Quelle: dpa/epd
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