FAZ plus ArtikelStudieren in der Pandemie

Präsenz lässt sich durch nichts ersetzen

EIN KOMMENTAR Von Heike Schmoll
16.04.2021
, 21:31
Die bisherigen Erfahrungen in der Pandemie haben gezeigt: Die digitale Lehre ist besser gelungen als befürchtet. Doch eine Lösung ist sie nicht.

Studenten im dritten Semester haben noch nie ein Seminar in ihrer Universität erlebt. Sie sitzen seit dem Sommersemester 2020 allein in ihrer Studentenbude oder im heimischen Kinderzimmer und folgen Online-Veranstaltungen. Hätte es nicht jüngst Gespräche der Kanzlerin und des Bundespräsidenten mit Studenten gegeben, nähme kaum jemand davon Notiz. Das liegt auch daran, dass sich mancher Ordinarius ganz gut im heimischen Arbeitszimmer eingerichtet hat und erleichtert ist, die ohnehin schon immer als Last empfundene Lehre nicht auch noch vor Ort leisten zu müssen.

Die Mehrzahl der Professoren hat sich der digitalen Lehre indessen mit enormer Kreativität, mit Ehrgeiz und originellen didaktischen Methoden gewidmet. Insgesamt haben die Hochschulen die abrupte Umstellung auf den Online-Betrieb erheblich besser gemeistert als die Schulen. Allerdings haben sie die gleiche Erfahrung gemacht: Präsenz lässt sich durch nichts ersetzen.

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Autorenporträt / Schmoll, Heike
Heike Schmoll
Politische Korrespondentin in Berlin, zuständig für die „Bildungswelten“.
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