Einwanderung

Kauder will Balkan-Flüchtlinge binnen vier Wochen zurückschicken

09.08.2015
, 07:19
Volker Kauder im Bundestag: Der Unionsfraktionschef vertritt in der Flüchtlings- und Einwanderungsdebatte eine harte Linie.
Asylbewerber aus dem Kosovo müssen nach dem Willen von Unionsfraktionschef Kauder künftig deutlich früher zurück in ihre Heimat. Der CDU-Politiker stemmt sich zudem gegen die Anwerbung ausländischer Fachkräfte.
ANZEIGE

Unionsfraktionschef Volker Kauder (CDU) will Flüchtlinge aus dem Balkan sehr viel schneller als bisher in ihre Heimatländer zurückschicken. „Wir sollten Menschen, die mit großer Wahrscheinlichkeit kein Asylrecht erhalten, nicht mehr weiter an die Kommunen verteilen. Sie sollten direkt aus den Erstaufnahmeeinrichtungen in ihre Heimatländer zurückgeführt werden. Wer etwa aus dem Kosovo kommt, sollte innerhalb eines Monats wieder in seine Heimat zurück“, sagte Kauder der „Welt am Sonntag“.

Der Grünen-Fraktionschef Anton Hofreiter sprach sich unterdessen dagegen aus, die Balkanländer Albanien, Montenegro und Kosovo zu „sicheren Herkunftsländern“ zu erklären. „Einstufungen bestimmter Länder auf dem Papier ändern nichts. Das ist armselige Symbolpolitik“, sagte er der „Bild am Sonntag“. „Im Kosovo beispielsweise werden Roma massiv diskriminiert.“

ANZEIGE

Debatte über Einwanderungsgesetz

Kauder erteilte wiederum Forderungen von SPD und Grünen, aber auch aus seiner eigenen Partei nach einem Einwanderungsgesetz eine Absage: „Es wird immer so getan, als ob niemand zu uns kommen könnte. Dabei ist qualifizierte Einwanderung längst rechtlich geregelt. Außerdem möchte ich darauf hinweisen: Acht Prozent unserer Schüler gehen heute ohne Abschluss ins Leben. Sollten wir uns nicht zuerst darum kümmern, die zu qualifizieren, die schon hier sind? Die Notwendigkeit für mehr Einwanderung kann ich im Augenblick wirklich nicht erkennen.“

Auch die Forderung von Unternehmen und dem Wirtschaftsflügel der CDU, gezielt Fachkräfte für die deutsche Wirtschaft im Ausland anzuwerben, kritisierte Kauder: „Wir können uns doch nicht verhalten wie ein großer Fußballclub, der den eigenen Talenten keine Chance bietet, weil er lieber Spieler im Ausland einkauft! Unsere jungen Leute werden befristet eingestellt, aber um jemanden aus dem Ausland zu bekommen, müssen die Betriebe mit einer Festanstellung werben. Das geht nicht.“

ANZEIGE
Quelle: KNA/dpa
  Zur Startseite
Verlagsangebot
Verlagsangebot
Immobilienbewertung
Verkaufen Sie zum Höchstpreis
Sprachkurs
Lernen Sie Englisch
Kapitalanlage
Pflegeimmobilien als Kapitalanlage
Automarkt
Top-Gebrauchtwagen mit Garantie
Gasvergleich
Gas vergleichen und sparen
Zertifikate
Ihre Weiterbildung im Compliance Management
ANZEIGE