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FAZ plus ArtikelNeue Leute, alte leier

Eine Partei auf Wiedervorlage

Von Mona Jaeger und Matthias Wyssuwa, Neubrandenburg und Köln
 - 10:57
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Im Stürzen und Fallen greift man nach allem, was sich greifen lässt und Rettung verspricht, und sei es nur ein Wort. Bei der SPD ist es das Wort Erneuerung. Es soll den Aufprall auf dem Boden verhindern. Immer wieder und überall wiederholen es Genossen, seit die Bundestagswahl in einer Demütigung endete und auch die aktuellen Umfragen nichts Gutes für die Zukunft erwarten lassen. Kaum eine Rede zur Lage der Partei ohne Erneuerung, immer wieder das Hashtag „SPDerneuern“. So viel Erneuerung, dass man darüber fast vergessen könnte zu klären, was das eigentlich bedeuten soll – und ob es den noch tieferen Fall wirklich noch bremsen kann.

Auch Simone Lange spricht von der Erneuerung. Sie steht im schmalen Dachgeschoss des Regionalmuseums in Neubrandenburg in Mecklenburg und hält die Rede, die sie so oft in den vergangenen Tagen vor Genossen in der ganzen Republik gehalten hat. Knapp eine Stunde ist sie lang, gegliedert in Vorstellung, Motivation und Pläne für die Partei, dann Diskussion. Vor ihr sitzen Sozialdemokraten und Gäste, aus Neubrandenburg sind sie gekommen und aus der ganzen Region, etwa 50 sind es immerhin geworden. Mehr als befürchtet, hatte der Moderator des Abends am Anfang gesagt. Und weniger als erhofft. Die Sozialdemokraten sind in der Gegend hier aber noch nicht einmal in einer besonderen Krise, sie waren einfach noch nie wirklich stark. Die Lüftung dröhnt, die Zuschauer hören Lange regungslos zu. Es gibt Berichte von anderen Auftritten Langes, da wird schon mal Begeisterung bei den Genossen beschrieben. In Neubrandenburg wird hin und wieder ein wenig Applaus angedeutet, und es wird genickt. Da Mecklenburger aber sparsam sind mit Emotionen, muss man das schon als Sympathiebekundung werten. Lange jedenfalls lächelt tapfer, und als sie zu dem Punkt mit ihren Plänen kommt, sagt sie, was sie sich unter Erneuerung alles so vorstellt, zum Beispiel: „Lasst uns ein neues Grundsatzprogramm schreiben.“

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Quelle: F.A.Z.
Mona Jaeger
Redakteurin in der Politik.
Matthias Wyssuwa
Politischer Korrespondent für Norddeutschland und Skandinavien mit Sitz in Hamburg.
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