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FAZ plus ArtikelFDP-Wahlkampfstrategie

Lindner macht Grünen die Umwelt streitig

EIN KOMMENTAR Von Johannes Leithäuser
 - 15:09

Die vielen Führungswechsel in anderen Parteien binnen eines Jahres, also bei SPD, Grünen, CDU, haben den FDP-Vorsitzenden Christian Lindner älter gemacht, als er wirklich ist. Vor allem der Wechsel im CDU-Vorsitz hat Lindner neues Interesse beschert. Noch vor rund einem Jahr war sein napoleonischer Aufstieg in der FDP erstmals in Gefahr geraten, damals befahl der junge Vorsitzende den jähen Rückzug aus einer erwarteten Regierungsbildung mit den Grünen und den Unionsparteien. Es war wohl ein Manöver, das eher von der Furcht vor der Unzulänglichkeit der eigenen, gerade erst wieder in den Bundestag zurückgekehrten Armee bestimmt war als von der Sorge, als Alliierter in einer neuen Regierungsstreitmacht werde seine FDP womöglich untergehen und nicht die Trophäen erringen, die sie ihrer eigenen Klientel vorzeigen müsste, um erfolgreich zu wirken.

Das ist jetzt anders. Jetzt werde die FDP „nicht weglaufen“, sollten ihr Union und Grüne ein faires Angebot zum Mitregieren machen. So hat es der Vorsitzende just verkündet – und mit seiner Wortwahl wohl unbewusst doch Bezug genommen auf die eigene Motivation vor einem Jahr. Ja, Lindner riskiert jetzt sogar die Behauptung, seine damalige Verweigerung habe den Personalwechsel in der CDU (die Lindner-Formel dafür heißt „Erneuerung“) mitbewirkt. Falls das so wäre, ohne den bitteren internen Flüchtlingsstreit zwischen den Unionsparteien ins Kalkül zu ziehen, hätte Lindners vermeintlicher Coup aber noch ganz andere Effekte gehabt: einen wirtschaftsfernen Etatismus und den Verzicht auf die vollständige Abschaffung des Solidaritätszuschlags zur Einkommensteuer.

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Quelle: F.A.Z.
Johannes Leithäuser
Politischer Korrespondent in Berlin.
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