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Friedrich Merz

Ein sehr siegessicherer Kandidat

Von Markus Wehner, Berlin
Aktualisiert am 25.02.2020
 - 12:27
Ein lange erwarteter Schritt: Friedrich Merz erklärt seine Kandidatur
Friedrich Merz will die Union wieder stärker zur Heimat für Konservative machen. Er hält seine Chancen auf den CDU-Vorsitz für „sehr viel besser“ als 2018. Für sein knappes Scheitern damals hat er eine einfache Erklärung.

Es dauert nur zehn Minuten, bis Friedrich Merz seinen Mitbewerber um den CDU-Vorsitz Armin Laschet direkt angreift. Er und Laschet hätten „sehr unterschiedliche Auffassungen“, sagt Merz. Die CDU habe „die Wahl zwischen Kontinuität und Aufbruch und Erneuerung“. Er stehe für Aufbruch und Erneuerung, dafür, dass die CDU sich „grundlegend erneuert“. Anders gesagt: Laschet ist nur die Fortsetzung von Merkels Politik. Merz hingegen sieht sich als den Neuanfang, man könnte auch sagen: den Bruch. Das schlechte Verhältnis zwischen Merz und Merkel ist seit langem bekannt.

Es gehe, so sagt Merz, bei der Wahl des CDU-Chefs um eine Richtungsentscheidung. Und darüber müsse die ganze Partei entscheiden. Mit dieser Differenz begründet Merz auch, warum er trotz „ernsthafter, vertrauensvoller Gespräche“ sich nicht für den Eintritt in ein Team entscheiden konnte. „Ein Team braucht einen Führer“, sagt Merz. In ein Team unter Laschet wollte er nicht eintreten. Zwar begrüße er den offenen Wettbewerb: „Darüber freue ich mich, das kann der CDU nutzen.“ Doch er selbst spiele „nicht auf Platz, sondern auf Sieg“. Eine giftige Kritik daran, dass Laschet sich mit Jens Spahn, dem Gesundheitsminister, verbündet hat, kann sich Merz nicht verkneifen: „Im wirklichen Leben würde man von einer Kartellbildung zur Schwächung des Wettbewerbs reden.“ Später korrigierte sich Merz auf Nachfrage. Er habe sagen wollen: „Im Wirtschaftsleben“ hätte man von einer Kartellbildung gesprochen. Seine Aussage sei ironisch gemeint gewesen. „Aber ich habe gelernt: Ironie hat in der Politik keinen Platz.“

Chancen „sehr viel besser“ als 2018

Merz ist die Hoffnung vieler Konservativer in der CDU. Doch er weiß auch, dass es nicht ausreicht, deren Forderungen zu bedienen, wenn er Erfolg haben will. Der 64 Jahre alte einstige Fraktionschef der CDU bemüht sich deshalb, das Bild eines modernen Politikers abzugeben. Er wolle „Chancengerechtigkeit insbesondere für junge Frauen“, sagt Merz und erinnert an seine Töchter, die gerade in einem Alter seien, wo das wichtig sei. Er spricht darüber, dass „über viele Jahre das Problem des Rechtsradikalismus unterschätzt“ wurde. Und auch davon, dass, wenn er gewählt werde, eine Frau Generalsekretärin würde.

Doch Merz macht zugleich klar, dass er die Union wieder stärker zur Heimat für die Konservativen machen will. So spricht er sich für den Schutz der Außengrenzen aus, wenn das an den Grenzen der EU nicht gelinge. Wenn eine Regierung die Kontrolle über den Zutritt zu ihrem Land verliere, dann müsse man sich nicht wundern, wenn sie auch das Vertrauen der Bevölkerung verliere. In der Energiepolitik grenzt er sich von den Grünen ab – Wind und Sonne reichten nicht aus, um den wachsenden Strombedarf zu decken. Die AfD und ihre Erfolge seien eine „Provokation“ für die CDU, sagt Merz. Es gehe ihm darum, die Wähler der AfD zurückzugewinnen.

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Kandidatur offiziell
Merz will CDU-Vorsitzender werden

Vierzehn Monate nach seiner Niederlage bei der Wahl zum CDU-Vorsitz gegen Kramp-Karrenbauer schätzt er seine Chancen heute als „sehr viel besser“ ein als damals, sagte Merz am Dienstag in Berlin. Er habe auf dem CDU-Parteitag im Dezember 2018 schon 48 Prozent der Stimmen bekommen. Und wenn er damals eine bessere Rede gehalten hätte, dann hätte er gewonnen, sagt er. Heute aber kenne er die Partei viel besser, sagt Merz, der seine Ambitionen in den vergangenen Wochen durch eine Art Neujahrstournee durch die CDU-Gliederungen klargemacht hatte.

Merz hat dabei viel Zuspruch erfahren, oft wurde er regelrecht gefeiert. Deswegen zeigt er sich bei seiner offiziellen Bewerbung siegessicher. Vielleicht ein bisschen zu sehr.

Quelle: FAZ.NET
Autorenporträt / Wehner, Markus
Markus Wehner
Politischer Korrespondent in Berlin.
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