FAZ plus ArtikelKeine Waffen für Kiew

Mehr Hohn als Hilfe

EIN KOMMENTAR Von Berthold Kohler
27.05.2021
, 16:41
Putins hochgerüstete Verbündete in der Ostukraine: Militärparade in Donezk am Jahrestag des Sieges über Nazideutschland.
Nach Habecks Tabubruch stellen auch die Grünen wieder klar: Die Friedhofsruhe im Osten der Ukraine hat niemand zu stören. Jedenfalls nicht von Berlin aus.
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Es ist nicht leicht, in Deutschland ein Tabu zu finden, das noch nicht gebrochen wurde. Robert Habeck musste dafür sogar in die Ukraine fliegen. Der Tabubruch, den er dort beging, war aber selbst für die sonst vor keiner Grenzüberschreitung zurückschreckenden Grünen unerträglich. Ihr Parteivorsitzender verstieß gegen eines der wichtigsten Gebote der immer noch zutiefst pazifistisch gesinnten Partei: Du sollst keine Waffen in Krisen- oder gar Kriegsgebiete liefern.

Deswegen waren dann auch viele Grüne, darunter die Kanzlerkandidatin Baerbock, froh, dass Habeck „präzisiert“, „klargestellt“, „richtiggestellt“ habe, nicht einmal „Defensivwaffen“ gemeint zu haben, als er von „Waffen zur Verteidigung, zur Selbstverteidigung“ sprach, die man der von Russland angegriffenen und um ihre Freiheit kämpfenden Ukraine „schwer verwehren“ könne.

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Quelle: F.A.Z.
Autorenporträt / Kohler, Berthold
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