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FAZ plus ArtikelStuttgarter Gelbwesten

Die Diesel-Wutbürger

Von Rüdiger Soldt, Stuttgart/Backnang
Aktualisiert am 04.02.2019
 - 16:09
Hier darf jeder auf der Bühne sprechen: Bei der Demo in Stuttgart kommt es zu unflätigen Beschimpfunen und „Kretschmann weg“-Rufen.zur Bildergalerie
In Stuttgart demonstrieren ein paar hundert Leute gegen die Fahrverbote, der Bürgermeister einer Kleinstadt kritisiert das Messverfahren als „überakkurat“, und ein Lungenarzt verteidigt seine Kritik an den Grenzwerten. Entsteht im Feinstaub-Streit eine Bewegung?

Es gibt in Stuttgart noch Menschen, die Diesel im Blut haben. Am Freitagabend sitzen einige von ihnen im Restaurant „Letzte Instanz“ zusammen. Schwäbisch-mediterrane Küche, für DJs gibt es eine Kanzel. Zwischen dem Restaurant und dem Werkseingang 2 des Daimler-Werks in Untertürkheim liegen nur ein Kreisverkehr und knapp 1500 Meter. Fünf Männer haben sich zu ein paar Weizenbieren versammelt. Einer ist Ruheständler, einer hat eine Veranstaltungsagentur, die anderen arbeiten bei Daimler. Es geht um den OM654, den modernen Diesel-Motor von Mercedes, und natürlich um die vierte Demo gegen Fahrverbote am nächsten Tag.

Das Treffen ist eine Mischung aus Stammtisch und Demo-Vorbereitungsrunde. „Diese Fahrverbote sind ein Anschlag auf die Demokratie. Wenn du die Demos gegen Fahrverbote aber mit denen gegen Stuttgart 21 vergleichst, dann muss ich sagen, dass die Gelbwesten noch völlig unbedarft sind“, sagt Jürgen Heyl. Bei den Bahnhofsgegnern sei jede Minute durchgetaktet, bei den Diesel-Wutbürgern laufe es chaotisch. „Da musst du höllisch aufpassen, jetzt kommen sie alle von der CDU und AfD und wollen uns die Wurst vom Teller ziehen“, sagt Serkan Senol, ein Daimler-Betriebsrat.

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Quelle: F.A.Z.
Autorenporträt / Soldt, Rüdiger
Rüdiger Soldt
Politischer Korrespondent in Baden-Württemberg.
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