Umfrage

Grüne so beliebt wie seit zwei Jahren nicht mehr

20.05.2018
, 06:13
Die Grünen können ihre Zustimmungswerte im „Sonntagstrend“ verbessern. Für ein neues Grundsatzprogramm holen sie sich Hilfe von dem früheren Star Piratenpartei.

Die Grünen erhalten laut einer Umfrage so viel Zustimmung wie seit 2016 nicht mehr. Im „Sonntagstrend“, den das Meinungsforschungsinstitut Emnid wöchentlich für die Zeitung „Bild am Sonntag“ erhebt, steigt die Partei auf 13 Prozent und liegt damit einen Prozentpunkt höher als in der Vorwoche. So stark schnitten die Grünen zuletzt im August 2016 ab.

Die große Koalition liegt unverändert bei zusammen 50 Prozent. CDU/CSU erreichen abermals 33, die SPD wie in der Vorwoche 17 Prozent. Auch die AfD (14 Prozent), die Linke (10 Prozent) und die FDP (9 Prozent) bleiben gegenüber letzter Woche unverändert. Auf die sonstigen Parteien entfallen vier Prozent.

Die Grünen bekommen Unterstützung von Marina Weisband, die früher eines der bekanntesten Gesichter der Piratenpartei war. Weisband hilft den Grünen bei der Erarbeitung eines neuen Grundsatzprogramms. Die ehemalige politische Geschäftsführerin der Piraten solle bei den Themen Digitalisierung und Automatisierung mitarbeiten, berichtete das Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“. „Genau da wollen wir auf die Höhe der Zeit – und noch weiter vorausdenken“, sagte der politische Geschäftsführer der Grünen, Michael Kellner. „Marina Weisband ist eine Koryphäe auf diesem Gebiet.“

In zahllosen Fernsehauftritten hatte die in Kiew geborene Weisband eine charismatischen Ausstrahlung gezeigt, nachdem sie 2011 mit 23 Jahren zur Piraten-Geschäftsführerin gewählt worden war. 2016 teilte sie mit, dass sie ein Jahr zuvor bei den Piraten ausgetreten war – heimlich, um der Partei nicht zu schaden.

Das grüne Grundsatzprogramm soll 2020 auf einem Parteitag beschlossen werden. Im kommenden Frühjahr soll es einen ersten Entwurf geben.

Die 2006 gegründete Piratenpartei brachte mit Internet-Themen und unkonventionellen Persönlichkeiten zunächst frischen Wind ins Politik-Establishment. Ab 2011 zog sie vorübergehend in mehrere Landesparlamente ein. Begleitet von Flügelkämpfen, Personalquerelen und Skandalen folgte der Niedergang.

Quelle: FAZ.NET
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