Hamburgs CDU-Chef über Söder

„Wenn die CDU eine eigene überzeugende Lösung hätte, fände ich das charmanter“

Aktualisiert am 03.08.2020
 - 08:19
Der Hamburger CDU-Landesvorsitzende Roland Heintze während einer Pressekonferenz im Juli in Hamburg.
Mehr Zeit bei der Suche nach dem Unions-Kanzlerkandidaten hatte der bayerische Ministerpräsident Söder vorgeschlagen. Der Hamburger CDU-Chef Heintze hält jetzt dagegen.

Der Hamburger CDU-Chef Roland Heintze hat seine Partei vor einem langen innerparteilichen Wahlkampf um Bundesvorsitz und Kanzlerkandidatur gewarnt. Ein Wettstreit der Kandidaten über so einen langen Zeitraum wäre schlecht für die CDU, sagte Heintze. Dann brauche sich die Partei über 40 Prozent keine Gedanken mehr zu machen, sagte er der Deutschen Presse-Agentur. Andererseits fände er es aber auch „nicht schlecht, wenn sich das Bewerberfeld noch einmal ändert“.

Dass die Corona-Pandemie die Neubesetzung der Parteiführung nach der Rückzugsankündigung von Annegret Kramp-Karrenbauer verzögert habe, sei ein „Dilemma“ für die CDU. „Und deshalb müssen sich alle Beteiligten nach der Sommerpause zusammensetzen, damit wir jetzt nicht bis Dezember weiter Kanzlerkandidatenraten spielen“, sagte Heintze. „Diese Situation kann man lösen, indem man sich das Bewerberfeld noch einmal anguckt oder ein vernünftiges Verfahren festlegt. Aber eins von beidem müssen wir tun.“

„Söder kann auch Kanzler“

Der Hamburger PR-Unternehmer, der den Landesvorsitz Ende September abgeben will, sieht auch in dem bayerischen Ministerpräsidenten einen geeigneten Kanzlerkandidaten. „Markus Söder kann auch Kanzler. Das könnte ich mir auch vorstellen“, sagte er. Aber: „Wenn die CDU eine eigene überzeugende Lösung hätte, fände ich das charmanter.“ Außerdem müsse sich der CSU-Chef erst noch erklären, bislang halte sich Söder in der K-Frage ja „nonchalant“ zurück. Am Wochenende hatte Söder erklärt, er könne sich die Nominierung des Unionskanzlerkandidaten auch erst im März 2021 vorstellen. „Corona verschiebt alles und führt dazu, dass wir auch alle Zeitachsen überdenken müssen“, sagte Söder am Sonntag im ARD-„Sommerinterview“. Zunächst müsse die CDU ihre interne Frage nach dem neuen Parteivorsitzenden klären, dann wäre es gut, wenn sich die Union Zeit nehme, zu überlegen, was die beste Aufstellung sei, so Söder.

Die Kandidaten, die bei Suche nach einer neuen CDU-Spitze antreten wollen – der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Armin Laschet, der frühere Bundestagsfraktionschef Friedrich Merz und der Außenpolitiker Norbert Röttgen –, überzeugen den Hamburger CDU-Chef Heintze offensichtlich weniger, auch vor dem Hintergrund ihrer schlechten Umfragewerte. „Ich glaube, wir sehen noch nicht das finale Setting, und ich denke, dass bis Dezember noch so einiges passiert.“

Quelle: dpa
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