FAZ plus ArtikelUnterricht in der Pandemie

Hessens Streit über die Klassengröße

Von Julian Staib, Wiesbaden
14.07.2021
, 18:19
Die Ranzen stehen auf dem Boden in einem Klassenraum der Valentin-Senger-Schule am 18. Februar im Frankfurter Stadtteil Bornheim.
In Hessen mehren sich Proteste gegen die Zusammenlegung von Klassen. Die Grenzen sind eigentlich fest geregelt. Aber Elternvertreter erinnern an die versprochene Bildungsoffensive.
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An der Schillerschule in Darmstadt wurden bereits Tatsachen geschaffen. Die 2a gibt es nicht mehr. Vor rund zwei Wochen wurden die fünf zweiten Klassen der Grundschule zu vier zusammengelegt, damit sich die Kinder kurz vor den Sommerferien schon einmal daran gewöhnen können, wie es danach weitergeht. Schüler wie Eltern hatten dagegen protestiert. Sogar eine Petition wurde ins Leben gerufen. Am Ende war das alles vergeblich.

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Die Zusammenlegung von Klassen ist in Hessen eigentlich Alltag. Entsprechend des sogenannten Klassenteilers wird für die Zahl der Klassen die Anzahl der Schüler durch 25 geteilt. Kommen Kinder hinzu, gibt es eine neue Klasse, verlassen Kinder die Schule, gibt es eine weniger. Für fünf Klassen an der Schillerschule braucht es also mindestens 101 Schüler. Aufgrund von Wegzügen sind es aber derzeit nur 99. Macht also vier Klassen. Gegen Zusammenlegungen gab es schon früher Proteste. In diesem Jahr aber waren sie deutlich lauter als sonst, nicht nur in Darmstadt. Daran wird sichtbar, zu welchen Verwerfungen die anderthalb Jahre der Coronavirus-Pandemie in der Schullandschaft geführt haben.

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Quelle: F.A.Z.
Autorenporträt / Staib, Julian
Julian Staib
Politischer Korrespondent für Hessen, Rheinland-Pfalz und das Saarland mit Sitz in Wiesbaden.
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